Welche Lebensmittel bei Osteoporose meiden?

Phosphat, Oxalsäure, Kochsalz - Beispiele für Lebensmittel, die die Aufnahme von Calcium in den Organismus erschweren. Und der Knochen braucht Calcium. Daher: Welche Nahrungsmittel bei Osteoporose vermeiden? Was hemmt die Einlagerung von Calcium in den Knochen? Was wirkt sich negativ auf den den Knochen-Stoffwechsel aus?

Manche Lebensmittel enthalten Bestandteile, die die Einlagerung von Calciumin den Knochen hemmen. Weil sie sich negativ auf die Knochen-Bilanz auswirken, nennen wir sie die 'Calcium-Räuber'. Bei Osteoporose ist nicht nur auf die Zufuhr an Mineralstoffen zu achten, sondern auch darauf, dass das sie über Darm und Blutkreislauf den Knochen erreichen können. Denn was nützt die beste Zufuhr, wenn alles wieder ausgeschieden wird?

Calcium-Räuber wirken sich negativ die Calcium-Bilanz im Knochen aus

So wichtig eine gesunde Ernährung auch ist: ihr Nutzen ist eingeschränkt, wenn nicht gleichzeitig auf den Gehalt an Stoffen geachtet wird, die, vielleicht im Verborgenen, die Wirkung der gesunden Ernährung einschränken. Osteoporose-Betroffene orientieren sich häufig vorrangig an Calcium- und Vitamin-D: Damit hier eine gesunde Ernährung noch besser wirken kann, hilft ein kleiner Seitenblick auf jene Lebensmittel, die die Umsetzung behindern.

Calcium-Räuber Phosphat

Phosphat ist der klassische Calcium-Räuber und kommt praktisch in allen Lebensmitteln vor. Bei einer höheren Aufnahme an Phosphat wird einerseits Calcium vermehrt aus dem Knochen abgebaut und andererseits die Aufnahme aus dem Darm reduziert. Viele Lebensmittel enthalten reichlich Phosphat - zu den Spitzenreitern gehören vor allem Fertiggerichte, Fast Food, Chips, Cola und Limonaden, auch Schmelzkäse, Fleischextrakt und Hefe. Auch Fleisch (insb. Schweinefleisch) und Wurst sind oft stark phosphathaltig.

Der Phosphorbedarf des Menschen liegt etwa gleichauf wie beim Calcium. Da aber Phosphor nicht nur in Milch und Milchprodukten, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln vorkommt, tritt ein Mangel dieses Mineralstoffs praktisch nicht auf. Im Gegenteil, durch den hohen Fleischkonsum und die hohe Verbreitung von Phosphor / Phosphat in Lebensmitteln ist der Bedarf mehr als gedeckt.

Calcium-Räuber Oxalsäure

Oxalate, die Anionen der natürlich in vielen Pflanzen vorkommenden Oxalsäure (auch bekannt als Kleesäure), bilden im Körper beim Treffen auf Calcium das schlecht lösliche Calcium-Oxalat. Werden dem Magen und Darm über die Nahrung hohe Oxalsäure-Mengen zugeführt bei gleichzeitig relativ wenig Calcium, wird dies komplett gebunden und steht dem Körper nicht mehr zur Verfügung, das Calcium ist unresorbierbar und kann nicht ins Blut gelangen. Bei Nahrungsmitteln mit hohem Gehalt wurden auch negative Effekte bei der Resorption von Eisen und Magnesium beobachtet.

Lebensmittel mit sehr hohem Oxalsäure-Gehalt (>50mg) pro 100g Frischgewicht sind z.B. Amaranth (Amarant), Portulak, Pfefferminz-Blätter, diverse schwarze Teesorten, Spinat, Sternfrüchte, Rhabarber, Yamswurzel, Mangold, Sauerampfer oder manche Arten Weizenkleie. Sie können bis zu 500 mg pro 100 g enthalten und sollten wenig gegessen werden – sie enthalten deutliche Mengen des Calcium-Räubers Oxalsäure. Durch Kochen, Garen, Dünsten gelingt es, die Oxalsäure aus Lebensmitteln signifikant zu reduzieren.

Calcium-Räuber Phytinsäure

Phytate, die Anionen der natürlich vorkommenden Phytinsäure, senken die Möglichkeit zur Aufnahme und Verarbeitung bestimmter Mineralien wie Calcium und Zink. Besonders viel Phytat ist in der Kleie von Weizen, Gerste, Roggen, Mais und Soja enthalten.

Die Wirkung der Phytinsäure / Phytate ist ähnlich wie die der Oxalsäure / Oxalate. Auch diese organische Säure kann sich im Darm mit Calcium, Spurenelementen oder Mineralstoffen verbinden und somit deren Aufnahme in den Stoffwechsel verringern.

Da aber viel Phytat in der Kleie von Weizen, Gerste oder auch Roggen enthalten ist, also dem Getreide aus dem u.a. Brot gebacken wird, empfiehlt es sich entweder darauf zu achten, dass das Brot ohne Kleie zubreitet wird. Oder ein zeitlicher Abstand bei der Aufnahme der verscheidenen Lebensmittel.

Kochsalz

Das Natrium im Salz fördert die Calcium-Ausscheidung. Je mehr Kochsalz zugeführt wird, desto höher ist die Ausscheidung im Urin. Verwenden Sie daher Kochsalz sparsam.

Vitamin D Mangel

Ein Mangel an Vitamin D ist zwar kein klassischer Calcium-Räuber, hat aber ähnliche Wirkungen und sollte daher auch von Osteoporose-Betroffenen beachtet werden: Vitamin-D-Mangel führt zu einer geringeren Resorption (Aufnahme) von Calcium aus dem Darm. Bei vielen älteren Menschen wird häufig eine unzureichende Vitamin-D Versorgung beobachtet. Ursache hierfür ist die geringe Zufuhr durch die Nahrung, die altersbedingte verminderte Umwandlung in die aktive Hormonform, aber auch die mangelnde Bewegung im Freien

Die Konkurrenz von Calcium und Phosphat

Phosphat ist in unserem Körper an vielen Stellen vertreten. Der größte Anteil in unserem Körper befindet sich in einer Verbindung mit Calcium in unseren Zähnen und Knochen. Phosphat spielt eine wichtige Rolle beim Energiestoffwechsel, beim Knochenstoffwechsel und bei der Festigkeit der Knochen. Aber bei der Ernährung besteht auch eine Konkurrenz beider Mineralstoffe, es ist das richtige Verhältnis entscheidend: eher mehr Calcium und weniger Phosphat. Warum? Zum einen erschwert Phosphat die Möglichkeit zur Aufnahme über den Darm, zum anderen führen (zu) hohe Phosphat-Spiegel im Blut letztlich zur Ausschwemmung aus den Knochen. Der Schwerpunkt der Ernährung sollte so ausgerichtet sein, dass die Zusammenstellung reich an Calcium und gleichzeitig arm an Phosphat ist – so ist man auf der "knochensicheren" Seite. Phosphor und Phosphat behindern die Aufnahme im Darm. Aber mehr noch: Im Überschuss aufgenommener Phosphor löst das Calcium aus den Knochen, anschließend wird es über die Niere ausgeschieden und geht damit dem Körper verloren.

Calcium-Räuber: Kann man alles richtig machen?

Oder kann man 'alle' unpassenden Lebensmittel bei Osteoporose vermeiden? Ehrlich gesagt, nein. Wie schon an manch' anderen Stellen betont, die absolut richtige Ernährung, die gleichzeitig auch noch etwas Freude am Essen lässt, gibt es wahrscheinlich nicht. Dazu ist das Thema zu komplex, zu vielschichtig. Versuchen Sie eine Orientierung zu finden, die sich für Sie umsetzen lässt...

Sie werden Calcium-Räuber nicht grundsätzlich vermeiden können. Aber Sie können versuchen verschiedene Teile ihrer Ernärung zeitlich getrennt zu essen. Ein Beispiel: niemand sagt, dass Sie gar keinen Rabarber oder keinen Spinat (wg. der Oxalsäure) mehr essen sollen, nur eben bitte nicht gleichzeitig, d.h. in Kombination mit Quark oder Käse (als Calcium-Lieferant). Essen Sie derartige Lebensmittel nacheinander - Verdauungsabstand ein bis zwei Stunden -, dann reduzieren Sie deutlich die Wirkung der Calcium-Räuber. Denn der Räuber kann nur etwas rauben, wo etwas zu holen ist.

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