Funktionstraining: ja oder nein?

Die Durchführung des über F56 verordneten Funktionstrainings gehört als ergänzende Maßnahmen der Rehabilitation gemäß § 64 Abs. 1 SGB IX zu den "medizinisch notwendigen Behandlungen", die grundsätzlich weiter möglich bleiben (gilt auch für Rehasport).

Selbstverständlich gelten für die Durchführung weiterhin die zu beachtenden Hygiene- und Abstandsregeln.

Steigende Infektionszahlen haben Bund und Länder zu Einschränkungen veranlasst. Wenn Sie als Trainer, Praxis oder Therapeut unsicher sind, klärt sich diese Frage im Detail nur über die regionalen Gesundheitsbehörden vor Ort. Wir haben in Deutschland sich ständig ändernde Corona-Einschränkungen und Maßnahmen, die dann zeitlich variieren und parallel dazu je Bundesland, je Kommune und je Stadt bzw. Landkreis unterschiedlich interpretiert werden. Nicht einmal die Krankenkassen können die Fragen nach dem Wann und Wie des Trainings im Detail beantworten. Wichtig ist, verordnetes F56-Funktionstraining ist eine medizinische Leistung und nicht zu verwechseln mit Vereinssport – Gesundheitsbehörden ist das z.T. nicht klar, hier müssen Sie, wenn Sie anfragen, explizit auf die verordnete medizinische Maßnahme hinweisen.

Allerdings sollte jeder kritisch überprüfen, ob es nicht sinnvoll sein könnte, das Training zu unterbrechen. Dabei sind natürlich eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen; insbesondere, in welchem Allgemeinzustand sich die Teilnehmer befinden und ob sie aufgrund von Vorerkrankungen zur Gruppe der Risikopatienten gehören.

Abrechnung

Auch die Krankenkassen haben während der Pandemie versucht, die Selbsthilfegruppen als Veranstalter des Funktionstrainings vor Ort mit verschiedenen Maßnahmen zu unterstützen. So wurde die Gültigkeitsdauer der bestehenden Verordnungen unbürokratisch um (bisher, Stand Nov. 2020) 6 Monate verlängert; außerdem wurde die Tatsache berücksichtigt, dass Corona-bedingte, finanzielle Mehraufwendungen bei der Durchführung der Gymnastik erforderlich wurden - die Vergütungen wurden befristet geringfügig angehoben.

 

Empfehlung zum Funktionstraining

Funktionstraining, Bewegung und Sport sind essenzielle Angebote für Osteoporose-Betroffene. Bewegung stärkt das Immunsystem. Doch für die Bewegungsgruppen gelten in diesen Zeiten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, die auch für alle andere Veranstaltungen gewahrt werden sollten. Daher geben wir momentan keine Empfehlung ab, das Funktionstraining generell weiter durchzuführen oder auszusetzen, da die Gefährdung durch das Coronavirus aktuell regional sehr unterschiedlich ausgeprägt ist.

Über die Durchführung des Trainings entscheidet der Übungsleiter bzw. die zuständige Praxis. Auch wenn ein Training rechtlich erlaubt sein mag, kann der Übungsleiter entscheiden, dies nicht durchzuführen. Dabei sind bitte die Rahmenbedingungen wie Abstands- und Hygienevorschriften zu beachten

Im Hinblick auf die aktuelle Infektionslage in Deutschland empfiehlt der OSD das ärztlich verordnete Funktionstraining den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Auch wenn das Training ein ergänzendes Mittel zur Rehabilitation ist, so handelt es sich doch, zumindest in Teilen, um ein Sportangebot für eine Risikogruppe.

Wiederaufnahme Funktionstraining

Die Wiederaufnahme des Funktionstrainings unter Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen wird zu erheblichem Mehraufwand für die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter führen, die das Funktionstraining in den Verbänden organisieren. Analoges gilt für die Physiotherapie-Praxen und Trainer, die die Regelungen praktisch umsetzen müssen. Die Maßnahmen werden darüber hinaus zu erheblichen Mehrkosten und Mindereinnahmen bei den durchführenden Verbänden, Trainingsgruppen, Selbsthilfegruppen sowie Therapeuten und Praxen führen. Mehrkosten und Mindereinnahmen entstehen vor allem durch:

  • verminderte Inanspruchnahmen, da Teilnehmende sich in der Abschätzung des individuellen Infektionsrisikos gegen eine Teilnahme entscheiden, diese Plätze aber nicht wiederbelegt werden können,
  • die Bereitstellung von zusätzlichen Hygiene- und Desinfektionsmaterialien für Therapeuten und Teilnehmende,
  • die Veranlassung von zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durch die Betreiber von Hallen und Bädern,
  • die Verkleinerung von Gruppen sowie ggf. die Einrichtung zusätzlicher Gruppen, um die Abstandsregeln zu wahren,
  • die Einplanung von Pausen zwischen den Gruppen, um zusätzliche Kontakte zu verhindern, was zu erhöhtem Zeitaufwand für die Therapeuten führt,
  • erforderliche Maßnahmen zur Kennzeichnung wie Hinweisschilder, Absperrungen und Bodenmarkierungen sowie
  • den zusätzlichen Dokumentations- und Verwaltungsaufwand.