Studie stellt Calcium und Vitamin D infrage?

Studie stellt Calcium und Vitamin D infrage: Expertin sieht 16 Prozent weniger Hüftfrakturen

Eine aktuelle Metaanalyse aus Kanada kommt zu dem Schluss, dass Calcium und Vitamin D nur einen begrenzten Beitrag zur Vorbeugung von Knochenbrüchen leisten. Die Osteoporose-Expertin Dr. Friederike Thomasius sieht die Ergebnisse jedoch differenzierter. Aus ihrer Sicht sprechen die ausgewerteten Daten keineswegs gegen die bisherigen Empfehlungen. Stattdessen betont sie, dass insbesondere die gemeinsame Einnahme von Calcium und Vitamin D weiterhin eine wichtige Rolle beim Knochenschutz spielt.
Im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung verweist Thomasius darauf, dass auch die aktuelle Osteoporose-Leitlinie eine kombinierte Supplementierung empfiehlt – allerdings nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel oder ein erhöhter Bedarf besteht.

Calcium und Vitamin D: Warum die Kombination entscheidend ist

Die Frage, ob Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium und Vitamin D nach der neuen Untersuchung überhaupt noch sinnvoll sind, beantwortet Thomasius eindeutig. Ihrer Ansicht nach werden regelmäßig Studien veröffentlicht, die den Nutzen einzelner Präparate infrage stellen. Wer die aktuelle Analyse genauer betrachte, erkenne jedoch einen entscheidenden Unterschied.
Nach Aussage der Expertin zeige die Untersuchung, dass weder Calcium noch Vitamin D allein einen messbaren Schutz vor Knochenbrüchen bieten. Erst die Kombination beider Stoffe führe zu einem positiven Effekt – genau so, wie es bereits seit Jahren in den medizinischen Leitlinien empfohlen wird.

Weniger Hüftfrakturen: Warum 16 Prozent klinisch relevant sind

Die Auswertung ergab, dass die kombinierte Einnahme von Calcium und Vitamin D das Risiko für Hüftfrakturen gegenüber einem Placebo um 16 Prozent senken kann. Für sämtliche Knochenbrüche zusammen wurde eine Reduktion von rund 9 Prozent festgestellt. Die Autoren der Studie bewerten diesen Nutzen zwar als eher gering.
Dr. Thomasius weist jedoch darauf hin, dass selbst solche Werte auf Bevölkerungsebene erhebliche Auswirkungen haben können. Schon eine vergleichsweise kleine prozentuale Verringerung bedeute, dass zahlreiche Menschen vor schweren Knochenbrüchen bewahrt werden.

Käse und Calcium

Weniger Hüftfrakturen: Warum 16 Prozent klinisch relevant sind

Die Auswertung ergab, dass die kombinierte Einnahme von Calcium und Vitamin D das Risiko für Hüftfrakturen gegenüber einem Placebo um 16 Prozent senken kann. Für sämtliche Knochenbrüche zusammen wurde eine Reduktion von rund 9 Prozent festgestellt. Die Autoren der Studie bewerten diesen Nutzen zwar als eher gering.
Dr. Thomasius weist jedoch darauf hin, dass selbst solche Werte auf Bevölkerungsebene erhebliche Auswirkungen haben können. Schon eine vergleichsweise kleine prozentuale Verringerung bedeute, dass zahlreiche Menschen vor schweren Knochenbrüchen bewahrt werden.

Bereits geringe Verbesserungen sparen Kosten und verhindern Leid

Neben den relativen Risikowerten nennt die Studie auch eine absolute Verringerung des Hüftfrakturrisikos um 0,3 Prozent. Obwohl dieser Wert zunächst niedrig erscheint, hält die Osteoporose-Expertin ihn für gesundheitspolitisch bedeutsam.
In Deutschland ereignen sich jedes Jahr rund 130.000 bis 160.000 Hüftfrakturen. Die Behandlung und anschließende Versorgung verursachen pro Fall Kosten von mindestens 20.000 Euro. Bereits eine Reduktion um 0,3 Prozent könnte deshalb direkte Folgekosten von etwa 7,8 bis 9,6 Millionen Euro jährlich einsparen. Hinzu komme der persönliche Nutzen für die Betroffenen, denen schmerzhafte Verletzungen, Operationen und lange Rehabilitationszeiten erspart bleiben könnten.

Für wen Calcium und Vitamin D weiterhin empfohlen werden

Eine stabile Knochengesundheit beginnt nach Einschätzung der Expertin bereits in jungen Jahren. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Sonnenlicht bilden die Grundlage für einen gesunden Knochenstoffwechsel.
Menschen mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko, einer niedrigen Knochendichte oder einer unzureichenden Versorgung mit Calcium beziehungsweise Vitamin D empfiehlt Thomasius weiterhin die kombinierte Einnahme beider Nährstoffe. Besonders wichtig sei außerdem eine normale Hormonregulation bei jungen Frauen. Da der Knochenstoffwechsel stark vom Östrogen beeinflusst werde, spiele ein regelmäßiger Menstruationszyklus eine entscheidende Rolle. Nach Ansicht der Expertin sollte die Vorsorge für starke Knochen deshalb deutlich früher beginnen und nicht erst ab dem 50. Lebensjahr.

ipps für starke und gesunde Knochen

• Calciumreich essen: Gute Calciumquellen sind Milch und Milchprodukte, grünes Blattgemüse sowie calciumhaltige Mineralwässer.
• Regelmäßig aktiv sein: Bewegung stärkt Knochen und Muskulatur und kann das Frakturrisiko senken.
• Ausreichend Sonnenlicht nutzen: Der Körper bildet Vitamin D überwiegend durch Sonneneinstrahlung auf die Haut.
• Risikofaktoren ärztlich prüfen lassen: Wer familiär vorbelastet ist oder weitere Risikofaktoren hat, sollte diese medizinisch abklären lassen.
• Knochendichte untersuchen: Bei erhöhtem Osteoporose-Risiko kann eine Knochendichtemessung helfen, frühzeitig gegenzusteuern.

Vitamin D aus Sonnenlicht
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