Manche Lebensmittel enthalten Bestandteile, die die Einlagerung von Kalzium in den Knochen hemmen. Weil sie sich negativ auf die Kalzium-Bilanz auswirken, nennen wir sie die 'Kalzium-Räuber'. Bei Osteoporose ist nicht nur auf die Kalziumzufuhr zu achten, sondern auch darauf, dass das Kalzium über Darm und Blutkreislauf den Knochen erreichen kann...

Kalzium-Räuber wirken sich negativ die Kalzium-Bilanz im Knochen aus

So wichtig eine gesunde Ernährung auch ist: ihr Nutzen ist eingeschränkt, wenn nicht gleichzeitig auf den Gehalt an Stoffen geachtet wird, die, vielleicht im Verborgenen, die Wirkung der gesunden Ernährung einschränken. Osteoporose-Betroffene orientieren sich häufig vorrangig an Kalzium- und Vitamin-D-Werten: Damit hier eine gesunde Ernährung noch besser wirken kann, hilft oft auch ein kleiner Seitenblick auf jene Stoffe, die die Umsetzung von Kalzium behindern. Beispiele: Phosphat, Oxalsäure, Kochsalz usw.

Phosphat

Phosphat kommt praktisch in allen Lebensmitteln vor. Bei einer höheren Aufnahme an Phosphat wird einerseits Kalzium vermehrt aus dem Knochen abgebaut und andererseits die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm reduziert. Viele Lebensmittel enthalten reichlich Phosphat - zu den Spitzenreitern gehören vor allem Fertiggerichte, Fast Food, Chips, Cola und Limonaden, auch Schmelzkäse, Fleischextrakt und Hefe. Auch Fleisch (insb. Schweinefleisch) und Wurst sind oft stark phosphathaltig.

Der Phosphorbedarf des Menschen liegt etwa gleichauf wie beim Calcium. Da aber Phosphor nicht nur in Milch und Milchprodukten, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln vorkommt, tritt ein Mangel dieses Mineralstoffs praktisch nicht auf. Im Gegenteil, durch den hohen Fleischkonsum und die hohe Verbreitung von Phosphor / Phosphat in Lebensmitteln ist der Bedarf mehr als gedeckt.

Oxalsäure

Oxalate, die Anionen der natürlich vorkommenden Oxalsäure, bilden im Körper beim Treffen auf Kalzium das schlecht lösliche Kalzium-Oxalat - d.h. werden dem Körper über die Nahrung hohe Oxalat-Mengen zugeführt bei gleichzeitig wenig Kalzium, wird dies gebunden und steht dem Körper nicht zur Verfügung. Bei Nahrungsmitteln mit hohem Gehalt wurden auch negative Effekte bei der Resorption von Eisen und Magnesium beobachtet. Besonders viel Oxalsäure findet sich beispielsweise in Rhabarber, Spinat, Sauerampfer und Kakao sowie in manchen Teesorten.

Spinat, rote Bete, Mangold oder Rhabarber sollten wenig gegessen werden – sie enthalten Oxalsäure. Diese organische Säure kann sich im Darm mit Kalzium, Spurenelementen oder Mineralstoffen verbinden und somit deren Aufnahme in den Stoffwechsel verringern.

Phytinsäure

Phytate, die Anionen der natürlich vorkommenden Phytinsäure, senken die Möglichkeit zur Aufnahme und Verarbeitung bestimmter Mineralien wie Kalzium und Zink. Besonders viel Phytat ist in der Kleie von Weizen, Gerste, Roggen, Mais und Soja enthalten.

Die Wirkung der Phytinsäure / Phytate ist ähnlich wie die der Oxalsäure / Oxalate. Auch diese organische Säure kann sich im Darm mit Kalzium, Spurenelementen oder Mineralstoffen verbinden und somit deren Aufnahme in den Stoffwechsel verringern.

Da aber viel Phytat in der Kleie von Weizen, Gerste oder auch Roggen enthalten ist, also dem Getreide aus dem u.a. Brot gebacken wird, empfiehlt es sich entweder darauf zu achten, dass das Brot ohne Kleie zubreitet wird. Oder ein zeitlicher Abstand bei der Aufnahme der verscheidenen Lebensmittel.

Kochsalz

Das Natrium im Salz fördert die Kalzium-Ausscheidung. Je mehr Kochsalz zugeführt wird, desto höher ist die Ausscheidung an Kalzium im Urin. Verwenden Sie daher Kochsalz sparsam.

Vitamin D Mangel

Ein Mangel an Vitamin D ist zwar kein klassischer Kalzium-Räuber, hat aber ähnliche Wirkungen und sollte daher auch von Osteoporose-Betroffenen beachtet werden: Vitamin-D-Mangel führt zu einer geringeren Resorption (Aufnahme) von Kalzium aus dem Darm. Bei vielen älteren Menschen wird häufig eine unzureichende Vitamin-D Versorgung beobachtet. Ursache hierfür ist die geringe Zufuhr durch die Nahrung, die altersbedingte verminderte Umwandlung in die aktive Hormonform, aber auch die mangelnde Bewegung im Freien

Die Konkurrenz von Kalzium und Phosphat

Phosphat ist in unserem Körper an vielen Stellen vertreten. Der größte Anteil in unserem Körper befindet sich in einer Verbindung mit Kalzium in unseren Zähnen und Knochen. Phosphat spielt eine wichtige Rolle beim Energiestoffwechsel, beim Knochenstoffwechsel und bei der Festigkeit der Knochen. Aber bei der Ernährung besteht auch eine Konkurrenz beider Mineralstoffe, es ist das richtige Verhältnis entscheidend: eher mehr Kalzium und weniger Phosphat. Warum? Zum einen erschwert Phosphat die Möglichkeit zur Kalzium-Aufnahme über den Darm, zum anderen führen (zu) hohe Phosphat-Spiegel im Blut letztlich zur Ausschwemmung von Kalzium aus den Knochen. Der Schwerpunkt der Ernährung sollte so ausgerichtet sein, dass die Zusammenstellung reich an Kalzium und gleichzeitig arm an Phosphat ist – so ist man auf der "knochensicheren" Seite. Phosphor und Phosphat behindern die Kalziumaufnahme im Darm. Aber mehr noch: Im Überschuss aufgenommener Phosphor löst das Kalzium aus den Knochen. Anschließend wird das Kalzium über die Niere ausgeschieden und geht damit dem Körper verloren.

Kann man alles richtig machen?

Oder kann man alle unpassenden Lebensmittel bei Osteoporose vermeiden? Ehrlich gesagt, nein. Wie schon an manch' anderen Stellen betont, die absolut richtige Ernährung, die gleichzeitig auch noch etwas Freude am Essen lässt, gibt es wahrscheinlich nicht. Dazu ist das Thema zu komplex, zu vielschichtig. Versuchen Sie eine Orientierung zu finden, die sich für Sie umsetzen lässt...

Sie werden Kalzium-Räuber nicht vermeiden können, aber Sie können versuchen, durch etwas zeitlichen Unterschied in Aufnahme der Teile verschiedener Mahlzeiten, einen Ausgleich zu schaffen. Ein Beispiel: niemand sagt, dass Sie keinen Rabarber oder keinen Spinat (wg. der Oxalsäure) mehr essen sollen, nur eben bitte nicht in Kombination mit Quark oder Käse (als Kalzium-Lieferant). Das Beispiel ist nicht so gut und wohlschmeckend, aber Sie verstehen hoffentlich, was wir meinen... Lächelnd

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