Warum Vibrationstherapie?

Mediziner berichten zu Erfahrungen, wie eine Stimulation mittels Vibrationstherapie den Knochen stabilisiert und aufbaut. Effektiv und sicher... Auch bei Osteoporose. Dass sich eine solche Vibrationstherapie natürlich auch zur Vorbeugung eignet, versteht sich (fast) von selbst. Weitere Einsatzgebiete erschließen sich bei Osteopenie, Sarkopenie (altersbedingte Muskelschwäche) sowie generell im Alter zur Steigerung der allgemeinen Vitalität.

Vibrationstherapie bei Osteoporose

Zur Behandlung bei Osteoporose eignen sich vorzugsweise speziell ausgelegte Therapie-Plattformen. Wenn wir hier von einer solchen Behandlung sprechen, dann dies bitte nicht verwechseln mit der Nutzung von Fitness-Vibrationsplatten zum Muskelaufbau mit aggressiven Schwingungen und hohen Reizwerten, der sogenannten Whole Body Vibration (WBV), vielen bekannt aus dem Fitness-Center. Wir reden hier von einer Vibrationstherapie mit den sanften und kleinen Impulsen bzw. Reizwerten, der Low Intensity Vibration (LIV).

Dass eine solche Vibrationstherapie bei Osteoporose auch aus Sicht führender Ärzte, vor allem Orthopäden und Osteologen, sinnvoll sein kann, um den Knochen wieder zu stabilisieren und aufzubauen, zeigen folgende Beiträge... (Quellenangabe am Ende der Seite)

Neue Therapie gegen Osteoporose


Prof. Thomas Angeli, Wien

Hilfe gegen krankhaften Knochenabbau ohne Medikamente: Aktuelle Studien belegen, dass regelmäßiges Training auf einer Ganzkörper-Vibrationsplatte eine Osteoporose stoppen bzw. die Stärke der Knochen wieder erhöhen kann. Das Hauptergebnis einer Studie: In der Gruppe mit dem Vibrationstraining konnte der altersbedingte Knochenschwund nicht nur gestoppt, sondern über den Versuchszeitraum von sechs Monaten die Knochendichte sogar um 0,93 Prozent erhöht werden. In der Krafttrainings-Gruppe verloren die Probanden durchschnittlich 0,51 Prozent an Knochendichte. In der Gruppe ohne Training betrug der Rückgang 0,62 Prozent. Im Gegensatz zu etlichen "Gesundheits-Geräten", die in den vergangenen Jahren - immer nur vorübergehend - für Furore (und Umsätze) sorgten, handelt es sich bei dieser Form der Therapie um eine Behandlung auf der Basis seriöser wissenschaftlicher Studien. Laut dem Wiener Sportmedizin-Experten Thomas Angeli (Institut für Maschinenelemente der TU Wien) gibt es zu den Vibrationsplatten ... auch schon noch längere Studien: In Ein-Jahres-Tests wurde bewiesen, dass pro Tag 20 Minuten "Training" auf einer solchen Ganzkörper-Vibrationsplatte zu einer Zunahme der Knochenspongiosa-Dichte um 34 Prozent (Füllmaterial für Röhrenknochen) führen kann.

Studie belegt positive Wirkung sanfter Stimuli


Prof. Clinton Rubin, New York

Biomechanische Vibrationstherapie hilft, Osteoporose ohne Medikamente zu bekämpfen - ein Interview mit Prof. Clinton T. Rubin anlässlich des IOF World Congress on Osteoporosis im kanadischen Toronto: "Wir haben lange geforscht - über 20 Jahre -, um den Prozess der Osteoporose-Entwicklung aus Sicht der Biomechanik zu verstehen und um entsprechende Maßnahmen und Therapien zu entwickeln, die dieser natürlichen Erscheinung der Osteoporose entgegenwirken." Man kann etwas gegen Osteoporose tun. Denn wenn der Körper ganz bestimmte Stimulationen erhält, stabilisiert sich der Knochenabbau, vielmehr noch, der Knochen baut sich wieder auf. Eine ganz spezifische, sanfte Vibration bei ungefähr 30-35 Hertz, bei einer Amplitude von wenigen Mikrometern - was etwa der Dicke einger menschlicher Haare entspricht - erscheint uns als das Effektivste. Dies bei einer geringen Beschleunigung.

Die Applikation von aktiv wirksamen Impulsen mit einer neuen, speziell entwickelten Vibrations-Plattform, hoher Impuls-Frequenz und in ausreichender Dauer bringt den erhofften Zuwachs an Knochendichte. In experimentellen Studien konnte am Menschen belegt werden, dass auch sanfte, mechanische Stimuli mit geringen Reizhöhen und einem, der Osteoporose adäquaten, Beschleunigungswert positive Wirkung entfalten.

(zur Info: englischsprachige Website von Prof. Dr. Clinton Rubin, sehr empfehlenswert für diejenigen, die sich für wissenschaftliche Grundlagen und Studien interessieren » Prof. Clinton Rubin, » Literatur)

Studien belegen osteoanabole Wirkung


Dr. Christian Günther, Osteologe, DVO

Studien belegen osteoanabole Wirkung minimaler biomechanischer Stimuli: Die traditionelle Auffassung geht davon aus, dass mechanische Impulse, wenn sie knochenbildende Wirkung zeigen sollen, relativ stark und heftig sein müssen – beispielsweise wie wir es vom Krafttraining im Fitnessstudio her kennen. Hier stehen deutliche Belastungsspitzen im Vordergrund, die stimulierende Effekte auf die Aktivität der Knochenzellen ausüben sollen. Die innovative Perspektive von Prof. Rubin bringt extrem kleine Belastungsimpulse ins Spiel, solche, wie sie aus der natürlichen Muskelfaser-Kontraktion resultieren. Im Bereich der Vorbeugung, nicht nur bezogen auf die Sturzprophylaxe, kann mit dieser Therapie viel getan werden, um gegen drohenden Knochenabbau aktiv anzugehen und die Vitalität anzuregen. Bewegung und kontinuierliche Belastung der Knochen sowie gesunde Ernährung sind immer noch die beste Medizin. Das Prinzip des Vibrationstrainings ist schon lange bekannt. Herkömmlich starken Magnituden und geringen Frequenzen stehen mit der neuen Plattform nun sanfte Impulse und hohe Frequenzen gegenüber. Das Eine muss aber nicht den Widerspruch des Anderen bilden – ist es doch vielmehr eine Frage der Therapiegruppe und des Trainingsziels. Der wesentliche Unterschied zu den bislang bekannten Vibrationsplatten, wie sie vor allem zum athletischen Training in Fitnessstudios und im Reha-Bereich zu finden sind, ist in der Art der Signale zu sehen: Mit der sich auf das Körpergewicht automatisch einstellenden Funktion, mit sanften und sicheren Belastungswerten bietet die neue Therapie-Plattform die Möglichkeit, Impulse analog der zellulären Ebene und in der Dimension der Muskelfaser-Aktivität in den Körper einzubringen. Somit eignet sich diese Therapie ideal für Menschen in der zweiten Lebenshälfte und für solche, für die Prophylaxe wichtig ist, die zunehmende Vitalität suchen oder die gegen Osteoporose angehen wollen – in der ärztlichen Praxis und vor allem auch für den einzelnen Patienten zuhause.

Biomechanische Osteoporose-Therapie


PD Dr. Stephan Scharla, Bad Reichenhall

Es ist verständlich, dass für einen starken Knochen regelmäßige körperliche Aktivität wichtig ist. Nicht jeder hat jedoch die Zeit für regelmäßigen Sport, und im Beruf haben wir vor allem sitzende Tätigkeiten. Ältere, behinderte, oder auch schon erkrankte Menschen können auch nicht mehr jede Art von körperlicher Bewegung leisten. Die Forschung hat deshalb Geräte entwickelt, die eine mechanische Stimulation des Knochens innerhalb der Wohnung oder auch in Sportstudios oder Physiotherapiepraxen ermöglichen. Ein solches Gerät ist z.B. eine die Schwingungsplattform auf der die Übungspersonen oder die Patienten mit ihren Fußsohlen (ohne Schuhe) stehen. Die Platte vibriert/schwingt mit kleiner Amplitude und diese Schwingungen werden über die Fußsohle auf den Körper und auf den Knochen übertragen. Es handelt sich dabei um eine vertikale Beschleunigung. Dabei regen die Schwingungen die Muskelfaseraktivität und den Lymphrückfluss an. Die Schwingungen übertragen sich auf den Knochen und stimulieren das Knochenwachstum. Dabei kann die Signalstärke reguliert werden, so dass auch Kinder behandelt werden können. Durch die sanfte Art der Schwingungen können auch bereits an Osteoporose Erkrankte diese Therapie durchführen. In einer plazebokontrollierten verblindeten klinischen Studie konnte bei postmenopausalen Frauen durch die Vibrationsbehandlung ein Knochendichteverlust (wie er in der Kontrollgruppe auftrat) am Oberschenkelhals und an der Wirbelsäule verhindert werden.

Ganzkörper Vibrationstraining

In der Zeitschrift "Mobiles Leben" des Kuratorium Knochengesundheit e.V. bieten Dr. Simon von Stengel und Professor Dr. Wolfgang Kemmler einen Überblick zum Thema Vibrationstherapie und Ganzkörper Vibrationstraining bei Osteoporose. Und sie geben Antworten auf die Frage, ob das Vibrationstherapie eine Alternative zu Bewegungs- und Sportprogrammen bei der Behandlung von Osteoporose ist. Wir haben den Artikel für Sie gelesen und hier das Wichtigste in Kürze zusammengefasst.

Vibrationstherapie

 

Vibrationstherapie senkt das Risiko für Frakturen

Sport und Bewegung spielen bei der Behandlung einer Osteoporose eine entscheidende Rolle, natürlich ebenso auch bei der Vorbeugung. Ziel dabei ist es, das Bruchrisiko eines Knochens zu reduzieren. Das kann über zwei Effekte erreicht werden, die unabhängig voneinander und parallel zueinander wirken können: Verminderung der Sturzneigung und Erhöhung der Knochenfestigkeit.

Der erste Effekt spricht die Sturzprophylaxe an, also das Vermeiden von Stürzen. Bekannt ist, dass einem Großteil der Frakturen ein Sturz vorausgeht. Wenn die Sturzneigung also reduziert wird, wird auch das Risiko für einen Knochenbruch vermindert. Frei nach dem Motto: wer nicht fällt, der bricht sich nichts.

Der zweite Effekt zielt auf die Stabilisierung des Knochens und auf den Aufbau an Knochensubstanz: Eine Anpassung der Struktur des Knochens bedarf intensiver und vor allem wiederholter Reize. Diese Reize können entweder durch hohe muskuläre Spannungen erzeugt werden oder durch Stöße auf die gewichtstragenden Knochen.

Beide Effekte allerdings setzen ein Training voraus und arbeiten herkömmlich mit intensiven Bewegungsprogrammen. Und genau dieser intensive Sport kann meist von älteren Menschen nur eingeschränkt umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang wird Vibrationstraining als effektive Alternative zu belastenden Sportprogrammen diskutiert.

Vibrationstherapie als Alternative zu Sportprogrammen

Fakt ist, intensive Bewegungsprogramme erfahren in der älteren Bevölkerungsschicht (leider) eine geringe Zuwendung. Weiter ist dabei das Risiko einer Verletzung oder einer muskulären Überlastung beim Sport relativ hoch. Folglich stellt sich grundsätzlich die Frage, inwieweit bei eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit (also z.B. im Alter) oder bei bestehenden Vorerkrankungen (z.B. Osteoporose, Osteopenie, Sarkopenie) Trainingsprogramme zur Erhöhung der Knochenfestigkeit oder zur Stabilisierung des Gangbildes überhaupt sinnvoll realisiert werden können.

Hier bietet Vibrationstherapie eine alternative Möglichkeit zu schweißtreibenden und belastungsintensiven Bewegungsprogrammen: "Neben Effekten auf den Knochen bewirken Vibrationsreize Anpassungen im Bereich der Muskulatur, die vor dem Hintergrund der Leistungsfähigkeit, Bewegungssicherheit und Sturzgefahr positiv zu bewerten sind ... Durch die hohen Frequenzen reichen beim Vibrationstraining niedrige Intensitäten aus und der Knochen wird sanft stimuliert", so die Autoren. (Anmerkung: siehe unseren Beitrag » Sicherheit)

Konstruktion von Vibrationsplatten

Vibrationstherapie und Vibrationstherapie kann je nach Gerät, Einstellung, Typ oder Hersteller sehr unterschiedlich ausfallen - nicht jedes Gerät ist für jede Erkankung hilfreich. Es existieren bezüglich der Konstruktion der Geräte zwei grundsätzlich verschiedene Systeme, die unterschiedliches Training bedingen: Es gibt Platten, die mit einer seitenalternierenden Auslenkung arbeiten, also wechselseitig um eine Mittelachse rauf und runter wackeln. Und es gibt das "Hub-Prinzip", bei der die auf der Therapieplattform stehende Person vertikale (also senkrechte) Belastungsimpulse bekommt. Je nach Konstruktion (seitenalternierend oder vertikal) sowie je nach Amplitude (Auslenkung bzw. Stoßintensität) und Frequenz (Anzahl der Impulse pro Sekunde) existieren verschiedene Wirkungen in Verbindung mit verschiedenen Trainingsprogrammen. Auch spielen Dauer und Häufigkeit des Trainings eine entscheidende Rolle.

Knochen müssen belastet werden

Gleich welche Art von Training, Sport oder Vibrationstherapie, die Belastung des Knochens spielt eine entscheidende Rolle für den Zuwachs an Knochendichte bzw. Knochenfestigkeit. Und solch eine Aktivität wirkt somit aktivierend auf den Knochenstoffwechsel. Nur sollte das Motto "viel hilft viel" nicht dazu verführen, die Trainingsreize zu intensiv zu gestalten – das gilt besonders für ältere Menschen und für Osteoporose-Betroffene. Auch wenn der Knochen belastet werden muss um stabil zu bleiben, gilt es dennoch den Menschen insgesamt zu sehen und hier auch, neben dem Knochen, die Muskulatur, die Sehnen und das Knorpelgewebe mit bei der Auswahl des richtigen Trainingsprogramms zu berücksichtigen. Also Knochen belasten ja, aber nur mit sanften Impulsen!

Studien zur Wirkung von Vibrationstherapie

"Viele Studien belegen, dass der Knochen auch eine Sensibilität hinsichtlich der Reizfrequenz aufweist. Entsprechend können niedrigere Reizhöhen durch hohe Reizfrequenzen kompensiert werden. Das macht sich das Vibrationstraining zu Nutze, das sanft und dennoch effektiv ist. Übungen, die von der Belastung her an sich unterschwellig wären, werden durch die Vibration über die Reizschwelle zur Anpassung gehoben", so Dr. Simon von Stengel und Prof. Dr. Wolfgang Kemmler.

Während man früher davon ausgegangen ist, dass nur kräftige Impulse einen Zuwachs bringen können, sieht man heute, dass eben auch viele kleine Impulse einen ansprechenden Effekt haben können. Und darin liegt der Kern der neuen Sichtwiese - die Vielzahl der feinen Belastungen schaffen offensichtlich (bezogen auf den Knochen) ebenfalls eine Stabiliesierung, nur sind sie wesentlich besser zu vertragen und wahrscheinlich auch ungefährlicher. Und das bringt für die richtige Behandlung vollkommen neue Perspektiven. Zusammengefasst kann man sagen, das Gewebe des Knochens passt sich die mechanische Belastung an, gleichermaßen auch seine Struktur und Stabilität.

Gerade hier wirken sanfte Trainingsreize einer Vibrationsplatte besonders effektiv bei älteren Menschen und bei denjenigen, die an Osteoporose erkrankt sind (gilt analog auch bei manifester Osteoporose - d.h. mit vorliegenden Frakturen, meist Oberschenkelhals oder Wirbelkörper). (Anmerkung: siehe unseren Beitrag » Sicherheit)

Zusammenfassung

Vibrationstherapie wirkt effektiv auf Knochen und Muskulatur – das richtige Training allerdings sollte auch die körperliche Verfassung, das Alter und gegebenenfalls auch das Krankheitsbild Osteoporose berücksichtigen. Wenn Sie sich für ein solch wirkungsvolles und hilfreiches Training entscheiden, sollten Sie bitte auf gute Anleitung und professionelle Geräte achten. Und auf sanfte Impulse.
Grundsätzlich, so die Autoren, ist von günstigen Platten, wie sie bei Discountern oder im Internet angepriesen werden, abzuraten, da diese nicht in der Lage sind entsprechende Impulse zu realisieren die für Knochen und Muskulatur einen effektiven Reiz erbringen. Wer also ein solches Training durchführen will, sollte auch bereit sein, etwas für seine Gesundheit zu investieren.
Was in diesem Zusammenhang auch entscheidend ist: Versuchen Sie körperliche Bewegung immer abwechslungsreich und vielfältig zu gestalten - kein Training leistet "alles". Und, eine Bitte: informieren Sie sich auch in einem weiteren Beitrag zum Thema » Vibrationstraining.

 

Auf den Punkt gebracht:
3 Expertenmeinungen zur Vibrationstherapie

Ganz allgemein und als medizinsch-therapeutische Trainingsform - also bitte nicht im Fitness-Center ohne medizinisch-therapeutsche Beratung und Aufsicht - ist eine Vibrationstherapie hilfreich. Vor allem im Alter und bei eigeschränkter Mobilität (d.h. wenn Sie sich nicht ausreichend aktiv und belastend bewegen können) bietet sie die Grundlage zur aktiven Bewegung und zur Anregung des Knochens. Warum?

Der Knochen spricht vorwiegend auf andere Bewegungstypen an als der Muskel. Das Training der Muskeln ist wichtig (Stabilität, Kraft, Ausdauer, Schnellkraft, Sturz-Prophylaxe), das Training des Knochens darf darüber aber nicht vergessen werden (Knochen-Qualität und -Stabilität). Osteoporose-Experten sind sich einig, dass der Knochen spezielles Training braucht. Bei Osteoporose, zur Prophylaxe und für den Aufbau der Knochenqualität sind entscheidend sind die wiederholte Kraftimpulse (d.h. Belastungsimpulse in hoher Anzahl) entscheidend...

PD Dr. Stephan Scharla zum Thema Vibrationstherapie:
"Gesunde Knochen brauchen Druck: Im Knochen selbst werden mechanische Druck- und Biegekräfte in biochemische Signale umgewandelt. Dadurch wird Knochenmasse aufgebaut und die Knochenform der jeweiligen Beanspruchung angepasst. Logischerweise führt eine fehlende mechanische Stimulation zum Abbau von Knochenmasse. Als deutliches Beispiel der Folgen einer reduzierten mechanischen Belastung kann die Schwerelosigkeit im All dienen (Astronauten mit längerem Aufenthalt im Weltraum leiden nach der Rückkehr zur Erde an Osteoporose) und der Knochenschwund bei lange bettlägrigen Patienten. Aber auch ältere Menschen bewegen sich weniger, was zum zusätzlichen Knochenverlust im Alter beiträgt. Andererseits führen gezielte Bewegungstherapien auch bei Älteren zu einer Zunahme der Knochensubstanz oder können zumindest den weiteren Knochenabbau verhindern. Solche Bewegungsprogramme haben auch einen äußerst positiven Effekt auf die neuromuskuläre Koordination und beugen damit wirkungsvoll Stürzen mit möglicherweise fatalen Folgen vor."

Prof. Dr. Dieter Felsenberg zum Thema Vibrationstherapie:
"Wenn wir unsere Knochen erhalten wollen, müssen wir also unsere Muskeln in Bewegung setzen. Dabei ist es von Bedeutung, die richtigen Muskeln zu trainieren. Es wird unterschieden zwischen Typ I-Muskulatur, die für Dauerleistungen beansprucht wird, und Typ-II-Muskulatur, die für dynamische Leistungen zuständig ist. Für den Knochen-Aufbau förderlich sind dynamische Übungen mit Krafteinsatz, d.h. die Beanspruchung der Muskulatur vom Typ II. Ein Training der Typ-I-Muskulatur (z.B. Dauerlauf, Radfahren, Schwimmen) hat keinen Einfluss auf die Knochenbildung, da die auftretenden Kraftspitzen zu gering sind."

Prof. Dr. Dr. Dieter Gebauer zum Thema Vibrationstherapie:
"Muskelschwund und Bewegungsmangel sind ein oft unbeachtetes und unerkanntes Grundproblem für viele Leute, nicht nur für ältere Menschen. Eines der zentralen Themen der Älteren ist, dass die Muskulatur und die Muskelfasern abgebaut werden. Bewegung und Sport sind ein Muss für die Gesundheit. Es bedarf aber für den Knochenaufbau eines bestimmten Mindestmaßes an Reiz, um Effekt zu haben – da ist die Stoßbelastung dasjenige, was der Körper braucht."

 

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