Übersicht Corona Regeln

Rasant steigende Infektionszahlen haben Bund und Länder zu einem gemeinsam Lockdown für den Monat November veranlasst. Mit der zweiten Corona-Welle steht den Menschen in Deutschland ein trister November bevor. Ab Montag, 02.11. gelten bundesweit strenge Corona-Regeln, landesweit können sie allerdings variieren. Welche Regeln Bund und Länder beschlossen haben...

  • Kontaktbeschränkung: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen - maximal zehn Personen. Feiern in Wohnungen und privaten Einrichtungen werden als "inakzeptabel" bezeichnet.
  • Sport: Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Individualsport, also etwa alleine oder zu zweit joggen gehen, ist weiter erlaubt.
  • Dienstleistung: Kosmetikstudios, Massagepraxen etc. werden geschlossen, weil hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa beim Physiotherapeuten oder Fußpflege sind weiter möglich. Auch Friseure bleiben geöffnet.

 

Update und Empfehlung zum Funktionstraining

Funktionstraining und Reha-Sport sind aber bitte nicht zu verwechseln mit Vereinssport, dies sind Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Die hierzu aktuell beste Übersicht der aktuellen Regelungen finden Sie unter » Rehasport Deutschland eV

Über die Durchführung des Trainings entscheidet der Übungsleiter bzw. die zuständige Praxis. Auch wenn ein Training rechtlich erlaubt sein mag, kann der Übungsleiter entscheiden, dies nicht durchzuführen. Dabei sind bitte die Rahmenbedingenungen z.B.
» OSD Corona Empfehlungen Durchführung Funktionstraining oder 
» OSD Corona Einwilligungserklärung Teilnahme Funktionstraining zu berücksichtigen. 

Im Hinblick auf die aktuelle Infektionslage in Deutschland empfiehlt der OSD das ärztlich verordnete Funktionstraining zunächst für den Monat November einzustellen. Diese Empfehlung verdeutlicht die gesellschaftliche Verantwortung, die auch wir in der aktuell angespannten Situation übernehmen wollen. Der Sinn der entsprechenden Beschlüsse der Bundesregierung spricht eindeutig von der Notwendigkeit einer Kontaktreduzierung.

Auch wenn das Training ein ergänzendes Mittel zur Rehabilitation ist, so handelt es sich doch, zumindest in Teilen, um ein Sportangebot für eine Risikogruppe. Sportliche Gruppenangebote stehen aktuell im Widerspruch zu der strategischen Ausrichtung der Pandemie-Bekämpfung der Bundesregierung. Die verbindliche Entscheidung über die Zulässigkeit zur Fortführung des Trainings wird grundsätzlich über die Verordnung die jeweiligen Landesregierungen getroffen. Nichtsdestoweniger möchte der OSD in der aktuellen Infektionslage ein Signal zu senden, dass persönliche Kontakte reduziert werden sollten.

 

Welche Corona-Regeln in den einzelnen Bundesländern gelten

In einigen Bundesländern wurden die Beschlüsse bereits in Landesverordnungen gefasst. Andere wollen erst im Lauf der nächsten Tage bestimmen, wie die Regelungen konkret umgesetzt werden. Die meisten Beschlüsse werden eins zu eins übernommen. Es kann aber auch feine Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern geben...

 

Corona Empfehlungen und Hinweise

Die Positionierung und Hinweise der einzelnen Ministerien, Institute, Verbände und Organisationen weichen aufgrund unterschiedlicher Aktualisierungszeitpunkte und zum Teil auch unterschiedlicher Quellen voneinander ab.

Die Angaben beziehen sich zum Teil auf den Reha-Sport, nach allgemeiner Diskussion und Abstimmung sind diese aber auf das Funktionstraining übertragbar.

Wiederaufnahme Funktionstraining

Für die Osteoporose-Gymnastik-Gruppen bzw. das Funktionstraining gelten in diesen Zeiten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, die auch für alle anderen Veranstaltungen gewahrt werden sollten. Bitte beachten Sie die Regelungen der Behörden der einzelnen Bundesländer. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Therapeuten - nur die Therapeuten bzw. Physiotherapie-Praxen können sich individuell je Bundesland, teilweise auch je Kommune, informieren, wann und wie das Training wieder anlaufen soll und kann.

Die Wiederaufnahme des Funktionstrainings unter Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen wird zu erheblichem Mehraufwand für die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter führen, die das Funktionstraining in den Verbänden organisieren. Analoges gilt für die Physiotherapie-Praxen und Trainer, die die Regelungen praktisch umsetzen müssen. Die Maßnahmen werden darüber hinaus zu erheblichen Mehrkosten und Mindereinnahmen bei den durchführenden Verbänden, Trainingsgruppen, Selbsthilfegruppen sowie Therapeuten und Praxen führen. Mehrkosten und Mindereinnahmen entstehen vor allem durch:

  • verminderte Inanspruchnahmen, da Teilnehmende sich in der Abschätzung des individuellen Infektionsrisikos gegen eine Teilnahme entscheiden, diese Plätze aber nicht wiederbelegt werden können,
  • die Bereitstellung von zusätzlichen Hygiene- und Desinfektionsmaterialien für Therapeuten und Teilnehmende,
  • die Veranlassung von zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durch die Betreiber von Hallen und Bädern,
  • die Verkleinerung von Gruppen sowie ggf. die Einrichtung zusätzlicher Gruppen, um die Abstandsregeln zu wahren,
  • die Einplanung von Pausen zwischen den Gruppen, um zusätzliche Kontakte zu verhindern, was zu erhöhtem Zeitaufwand für die Therapeuten führt,
  • erforderliche Maßnahmen zur Kennzeichnung wie Hinweisschilder, Absperrungen und Bodenmarkierungen sowie
  • den zusätzlichen Dokumentations- und Verwaltungsaufwand.

 

Corona und Funktionstraining:
Wie geht's weiter? Was sagen die Kassen?

Uns erreichten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus, den Einschränkungen, wie auch der Lockerung der Einschänkungen und der Durchführung des Funktionstrainings eine Vielzahl von Fragen. Hiermit leiten wir Ihnen die wichtigsten Meldungen weiter, die uns von den Verbänden der jeweiligen Kassen übermittelt wurden:

(20.03.2020 Quelle: vdek)
Genehmigungsverfahren - Der Bewilligungszeitraum beim Funktionstraining wird unbürokratisch um die Zeit der Aussetzung der Übungsveranstaltungen verlängert. Hierzu bedarf es keiner besonderen Antragstellung durch die Versicherten bzw. die Leistungserbringer. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Versicherten aus Angst vor Ansteckung nicht mehr teilnehmen, die Leistungserbringer die Übungsveranstaltungen abgesagt haben, die Übungsstätten geschlossen wurden oder die Durchführung behördlicherseits untersagt wurde. Die Rehabilitationsträger werden nach überstandener Corona-Krise alle Leistungserbringer-Verbände über den (max.) Verlängerungszeitraum informieren.

Zwischenabrechnungen - Die Leistungserbringer haben einen Vergütungsanspruch für die bereits erbrachten Übungsveranstaltungen. Es wird empfohlen, diese Leistungen unabhängig von den vertraglich geregelten Zwischenabrechnungsterminen (in der Regel zum 30.06. und 31.12. d.J.) sofort mit den Krankenkassen abzurechnen, um Liquiditätsengpässe abzumildern.

(10.06.2020 AOK Plus)
Wie geht es weiter mit den F56-Verordnungen? Können wir tatsächlich starten? Gelten die Stichtage für uns? Bedarf es einer Bestätigung der AOK PLUS auf den Verordnungen? Können wir wirklich Übungseinheiten für Zeiträume abrechnen, die "hinten dran" gehangen wurden?

  • Die Teilnehmer am Funktionstraining können die Übungseinheiten zu einem späteren Zeitpunkt durchführen, wenn aufgrund des Corona-Virus die Durchführung nicht möglich war oder noch Ängste bestehen, mit den Übungseinheiten wieder zu starten.
  • Dazu wird die Gültigkeit der Verordnungen um die Zeit des Ausfalls aufgrund des Corona-Virus verlängert. Die AOK PLUS hat sich bereits auf einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten (als Orientierung) verständigt.
  • Wichtig: Wir wollen keine zusätzlichen bürokratischen Aufwände erzeugen – daher benötigen die Teilnehmer auch keine separate Genehmigung oder eine Verlängerung des konkreten Zeitraumes auf den Verordnungen. Dies regeln wir intern.
  • Zur Abrechnung: Informieren Sie uns auf den Unterlagen einfach über die Zeit des "coronabedingten Ausfalls" (Beispiel: 16.03.20 bis 31.05.20 = aufgrund des Corona-Virus keine Durchführung möglich. Um diese 11 Wochen wird die Verordnung dann „automatisch“ verlängert (Ende des Genehmigungszeitraumes plus 11 Wochen = neues Ende des Genehmigungszeitraumes).

Hinweise für Gruppen, Praxen und Therapeuten

Die Positionierung und Hinweise der einzelnen Verbände und Organisationen beziehen sich zum Teil auf den Reha-Sport, nach allgemeiner Diskussion und Abstimmung sind diese aber auf das Funktionstraining übertragbar. Auch haben die Krankenkassen z.T. Hotlines zur Beratung eingerichtet.

Da sich diese Mitteilungen zur Zeit immer wieder ändern bzw. aktualisiert werden, beachten Sie bitte den jeweils aktuellen Stand.

Verlängerung der Gültigkeit der F56-Verordnungen (Rundmail vom 28.07.)
was die (Corona-bedingte) Verlängerung der Gültigkeit der F56-Verordnungen anbelangt, haben sich die gesetzlichen Krankenkassen auf eine einheitliche Regelung verständigt. Die Anspruchsdauer wird um 6 Monate verlängert. Diese Regelung ist unbürokratisch ausgestaltet, um sowohl den Leistungserbringern als auch den Krankenkassen und ihren Abrechnungsdienstleistern unnötige Verwaltungsaufwände in jedem bewilligten Fall zu ersparen. Die genauen Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Information der Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene in der Anlage 
» Verlängerung Genehmigung

Empfehlung zur Wiederaufnahme Funktionstraining (Rundmail vom 28.07.)
da bei vielen Gruppen das Training bald wieder aufgenommen wird, anbei einige "Empfehlungen des OSD zur Wiederaufnahme des Funktionstrainings nach Lockerung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen" als Anregung. Natürlich spielen die individuellen und räumlichen Möglichkeiten eine entscheidende Rolle, wie auch Ihre Möglichkeiten, die Trainingsteilnehmer zu informieren, dass es weiter geht und vor allem wann und wie... Und natürlich soll sich auch beiliegende Empfehlung an Ihren individuell machbaren Möglichkeiten orientieren
» Empfehlung zur Wiederaufnahme Funktionstraining

 

Seite aktualisiert: 12.10.2020