Trainer Funktionstraining - Grundlagen

Um Funktionstraining anbieten zu können, sind qualifizierende Voraussetzungen vorgeschrieben. Eine zertifizierte und abgeschlossene Ausbildung ist Voraussetzung um eine Gruppe als Trainer anzuleiten und Funktionstraining anzubieten - die Ausbildung ist auch Voraussetzung für die Bezuschussung der Leistung durch die Krankenkassen. Inhalte und Form der Ausbildung sind im Rahmen eines Curriculums zwischen dem BfO, dem OSD und dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) vereinbart. Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung wird mit einem Zertifikat bescheinigt.

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Zielsetzung der Ausbildung

Funktionstraining als ergänzende Leistung (gemäß § 43 und §44 SGB V) wird vom Arzt verordnet (F56) und findet als sportliche Maßnahme unter Leitung qualifizierter Therapeuten im Rahmen einer Selbsthilfegruppe statt. Die Teilnehmer am Kurs erwerben die Fähigkeit Funktionstraining innerhalb von Selbsthilfegruppen entsprechend den Richtlinien zu konzipieren und durchzuführen. Unsere Ausbildung verfolgt höchste Standards und darf nur durchgeführt werden, wenn die folgenden Kriterien hinsichtlich Inhalt, Umfang und Qualität nachweislich gewährleistet sind.

Inhalte der Ausbildung

  • Didaktik/Methodik, Sport bei Osteoporose, Funktionstraining aus sport- und physiotherapeutischer Sicht, Befunderhebung, Evaluation

  • Vermittlung von positiven Bewegungserfahrungen (sensitive Spiele, kooperative Spiele, rhythmische Ausdaueraktivitäten mit Musik, kooperative Übungs- und Spielformen in der Gruppe etc.)

  • Körperwahrnehmung und Haltungsschulung

  • Medizinische Grundlagen: Muskel- und Knochenphysiologie, Anpassungsvorgänge, Osteoporose-Entstehung, Risikofaktoren, Epidemiologie, Krankheitsbild, Diagnostik, Therapiesäulen

  • Umgang mit Schmerz (biopsychosoziales Modell), Selbsthilfemaßnahmen bei Schmerzen, Coping-Strategien (Bewältigungsverhalten von Menschen mit chronischen Krankheiten und Behinderungen), Stressmanagement, Entspannung und praktische Konsequenzen für die Gruppe

  • Ernährung

  • Vermittlung von selbständig durchführbaren Übungs- und Trainingsformen und Aufbau von Selbststeuerungskompetenzen für die Durchführung eigenständiger gesundheitssportlicher Aktivitäten (Gymnastik, Ausdauersport)

  • Für Osteoporotiker geeignete Übungsformen zur Verbesserung von Kraft und Kraftausdauer der Rumpf-stabilisierenden Muskulatur, propriozeptive und koordinative Trainingsformen (Sturzprophylaxe), Erlernen von gesundheitsorientierten Ausdauerformen (Walking, Nordic-Walking) einschließlich Steuerungskompetenz (Pulssteuerung, Atmung, subjektives Belastungsempfinden)

  • Einsatz von Geräten (Theraband, Fitball, instabile Unterlagen)

  • Lehrprobe

  • Vorstellung der Arbeit des Verbandes sowie Organisation und Durchführung des Funktionstrainings innerhalb der Gruppen: Qualitätssicherung, Finanzierung, Ansprechpartner, Praxismodelle, Organisation, Vereinsarbeit, Motivation zur organisierten Selbsthilfe

Zielgruppe

  1. Physiotherapeut / Krankengymnast / Ergotherapeut mit abgeschlossener Berufsausbildung

  2. Sportwissenschaftler mit abgeschlossener Berufsausbildung (Abschlüsse: Diplom, Staatsexamen, Magister, Master, Bachelor (mit praktischer Ausbildung))

  3. sonstige Berufe: abgeschlossene Berufsausbildung als Sport- und Gymnastiklehrer, Masseur / med. Bademeister (mit Ausbildung nach 1994)

Zugangsvoraussetzungen

  • Für die Ausbildung sind Fachkräfte mit einer staatlich anerkannten Ausbildung zugelassen.

  • Die in Punkt 2. und 3. (unter Zielgruppe) aufgeführten Fachkräfte müssen eine Zusatzqualifikation zum Rückenschullehrer entsprechend dem Curriculum der KddR (Konföderation der deutschen Rückenschulen) bei einem der Verbände der KddR nachweisen.

  • Die in Punkt 1. - 3. (unter Zielgruppe) aufgeführten Fachkräfte sollen Erfahrung im Umgang mit Gruppen nachweisen (Leitung eigener Gruppen im präventiven oder rehabilitativen Bereich oder alternativ Hospitationsnachweis, d.h. mindestens zwei Stunden Funktionstraining oder Reha-Sport in einer Gruppe).

Fortbildungspunkte

  • i.d.R. 20 Fortbildungspunkte

Gültigkeit

Nach bestandenem Abschluss hat das Zertifikat eine Gültigkeitsdauer von 4 Jahren. Das heißt, nach spätestens vier Jahren sollte die mit dem Abschluss einhergehende Zulassung das Training durchführen zu dürfen durch einen sogenannten Auffrischungskurs, auch "Refresher" genannt, auf den aktuellen Stand des Wissens gebracht werden. Damit verbinden sich dann weitere vier Jahre Verlängerung der Zulassung bzw. Gültigkeit.

Zertifikat Trainer Osteoporose Gymnastik

Zertifikat Trainer Osteoporose Funktionstraining

Unterstützung bei der Gruppengründung

Der OSD informiert in einer kurzen Darstellung, wie Gruppen gegündet werden können, welche organisatorischen und rechtlichen Regelungen zu beachten sind und wie die wirtschaftliche Ertragslage gestaltet ist.