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Gesundheitsinformationen aus dem Internet

"Dr. Google: Risiken und Nebenwirkungen von Gesundheits-
informationen aus dem Internet" - Gabriele Suppan, Koordinatorin der Aktion Gesunde Knochen

"Die Zukunft der Gesundheitsinformation ist digital." schreibt PharmaWiki (eine unabhängige Schweizer Website zur Medikamenteninformation) auf seiner Website und die neuesten Entwicklungen der Nutzung von Websites in diesem Bereich unterstützt diese Einschätzung.

Das Internet ist ein Medium und somit ein Vermittler von Informationen. Die Qualität dieser Informationen ist breit gefächert und reicht von sehr gut bis katastrophal schlecht. Die Qualität hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von den Prozessen, wie die Texte erarbeitet werden, von den Autoren, die sie schreiben, von Interessenskonflikten und von den verwendeten Quellen. Dies gilt für alle Medien - schlechte Gesundheitsinformationen gibt es, seit geschrieben und beraten wird.

Dr. Google wird für viele Menschen zum ersten "Ansprechpartner" für Fragen rund um die Gesundheit. Daher ist es für uns als Nutzer von großer Bedeutung, dass wir uns über Qualitätskriterien für Gesundheits-Webseiten informieren und jede Information aus dem Internet kritisch hinterfragen.

Besonders Webseiten mit "User generierten Inhalten" unterliegen meist keiner Qualitätskontrolle und so wird völlig unreflektiert über "Wundertherapien" und "gefährliche Zusatzstoffe oder Therapien" gepostet.

Hier kann man nur darauf hoffen, dass das Prinzip der "kollektiven Intelligenz", nachdem auch Wikis funktionieren, wirklich zutrifft. Wenn man in diversen Gesundheitsforen oder auf YouTube surft, taucht man in eine Welt von Verschwörungstheoretikern und selbsternannten Gurus ein. Wikipedia, das auch von Nutzer generierten Inhalten lebt, ist auf der andern Seite eine nützliche Quelle, da AutorInnen sehr strengen Qualitätskriterien unterliegen. Das Österreichische Bundesministerium für Gesundheit hat folgende Qualitätskriterien für Gesundheits-Webseiten publiziert:

Qualitätskriterien für Gesundheits-Webseiten
Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass Websites, die das Gesundheitswesen betreffen, zunehmend genutzt werden und mittlerweile zu den frequentiertesten Seiten des Internets zählen. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile rund 100.000 Seiten zu Gesundheitsthemen existieren. Zweifellos eine praktische und schnelle Informationsquelle für interessierte BürgerInnen. Vorsicht ist allerdings geboten. Gesundheitsinformationen im Internet entziehen sich durch die technischen Möglichkeiten und die Standortungebundenheit des world-wide-web weitgehend staatlichen Kontrollen und Rechtsvorschriften. Ein Beispiel dafür ist der in Europa verbotene Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten.
Folgende Maßnahmen sind daher möglich:
> Information und "Schulung" von UserInnen zur sicheren Nutzung des Internets allgemein und von Gesundheitsinformationen im Speziellen. Förderung der eLiteracy.
> Formulierung von Empfehlungen und Richtlinien zu den Erfordernissen seriöser Websites.
> Einführung von freiwilligen Qualitätssystemen mit einer freiwilligen Kennzeichnung der Site (Qualitätssiegel).

Die Einführung verpflichtender europa- oder weltweiter Qualitätssystemen werden in den zuständigen Institutionen immer wieder andiskutiert. Bisher jedoch ohne Erfolg. Der Europäische Rat von Feira (19. und 20. Juni 2000) unterstützte im Rahmen von eEurope 2002 eine Initiative zur Entwicklung grundlegender Qualitätskriterien für Websites zum Gesundheitswesen:

Transparenz und Ehrlichkeit
Es muss deutlich erkennbar sein, wer der Anbieter dieser Site ist und welchen Zweck und welches Ziel mit der Bereitstellung der Inhalte verfolgt wird. Des Weiteren müssen sämtliche Finanzierungsquellen der Website offengelegt werden.

Urheberschaft
Alle Quellen, von denen auf der Site veröffentlichte Informationen entnommen wurden, müssen aufgelistet werden, ebenso wie die Namen und Referenzen aller Anbieter. Der Site-Anbieter muss, wenn er Ratschläge gibt, darauf hinweisen, dass diese Internet-Beratung keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt.

Geheimhaltung und Datenschutz bei Gesundheitsdaten
Die persönlichen Informationen und Daten müssen nach den Richtlinien des Datenschutzes gehandhabt werden.

Aktualisierung von Informationen
Durch ein deutliches und regelmäßiges Aktualisieren der Site und der Anzeige des Aktualisierungsdatums soll gewährleistet werden, dass die Richtigkeit der vorhandenen Inhalte regelmäßig überprüft wird. Zudem soll der Nutzer dadurch die Möglichkeit haben, immer auf dem neuesten Stand der Dinge zu sein.

Verantwortlichkeit
Bei personalisierten medizinischen Ratschlägen muss unbedingt sicher gesellt werden, dass die Berater entsprechend qualifiziert sind und diese Ratschläge in gutem Glauben erfolgen. Weiterführende Links oder Downloads dürfen nur zu vertrauenswürdigen Personen oder Organisationen führen.

Zugreifbarkeit
Die Informationen müssen in ihrer Darstellung und ihrem Inhalt auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sein. Webseiten, die den vorgegebenen Qualitätskriterien entsprechen, können ein Metadaten-Kennzeichnungssystem verwenden, das zur besseren Auffindbarkeit von Gesundheitsdaten dient, da die Suchmaschinen diesen Seiten eine höhere Priorität geben. Generell sollen die Richtlinien zum Suchen, Durchsuchen, Lesen und Verwenden eingehalten und beachtet werden. Darüber hinaus ist es wünschenswert, möglichst europäische oder internationale Standards anzuwenden, um die grenzüberschreitende Bereitstellung von webgestützten Gesundheitsdiensten zu erleichtern.

Qualitätssiegel
Um dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben, zwischen seriösen und unseriösen Websites zu unterscheiden, wurden verschiedene Qualitätssiegel entwickelt.
> HON (Health on the Net Foundation): HON ist das älteste (1995 gegründet) und bekannteste Gütezeichen und wird zur Zeit von rund 3.000 Internet-Sites weltweit angewandt.
> DISCERN: Hierbei handelt es sich um einen Fragebogen, mit dessen Hilfe die Zuverlässigkeit einer veröffentlichten Informationsquelle für Behandlungsmethoden beurteilt werden kann.
> NETSCORING: Die Qualität von Informationen zum Gesundheitswesen im Internet wird durch bestimmte Kriterien fortlaufend geprüft.
> QUICK: Diese Website ist auf Kinder und Jugendliche abgestimmt und wird vor allem als Lernhilfe in Unterrichtssituationen verwendet.

Internet und Social Media in der Selbsthilfearbeit
Das Internet wird in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Auch die Zielgruppe der "Silver Surfer", der älteren Generation erobert das Internet. So sind die Steigerungsraten in dieser Altersgruppe vergleichsweise höher als bei den jüngeren Menschen. Auch die Social Media werden zu einem Bestandteil des Alltagslebens. Mitte März 2011 waren weltweit 645 Millionen Menschen aktive Nutzer von Facebook, der weltweit größten Social Media Plattform. Auch andere auf spezielle Interessen oder Bedürfnisse zugeschnittene Online Netzwerke können auf permanent steigende Userzahlen verweisen.
Wir Menschen haben das Bedürfnis uns auszutauschen und mit anderen Gleichgesinnten zu kommunizieren. Ob wir das persönlich in einem Club, Verein oder einer Selbsthilfegruppe tun oder ob wir uns digital vernetzen, hängt stark von den individuellen Gegebenheiten ab. Beide Welten schließen sich nicht aus, sie können einander befruchten, wenn wir gelernt haben uns darin zurechtzufinden. Befassen Sie sich damit und werden Sie für Ihre Mitglieder zum Ariadnefaden durchs Labyrinth des world wide web.

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Wir bedanken uns für den Beitrag "Dr. Google: Risiken und Nebenwirkungen von Gesundheitsinformationen aus dem Internet" bei Frau Gabriele Suppan, Koordinatorin der Aktion Gesunde Knochen








Letzte Aktualisierung: erster Januar Zweitausendzw÷lf

Tags: Salutogenese- und Osteoporose-Management, das bio-psycho-soziale Modell, Gesundheitsinformationen, operative Interventionen nach Wirbelfrakturen, Evidenz-basierte Medizin
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