Sturz-Prävention und Stabilität
Sturz-Prävention spielt im Rahmen des Umgangs mit Osteoporose eine nicht zu unterschätzende Rolle – frei nach dem Motto 'wer nicht stürzt, bricht sich nichts'.
Ältere Menschen stürzen häufig, wobei die Zahl der Stürze mit dem Alter zunimmt. Frauen stürzen häufiger als Männer. Für den gefürchteten Oberschenkelhals-Bruch ist meist ein vorangegangener Sturz der Auslöser. Das sind drei gute Gründe sich vor Stürzen zu wappnen und Stolperfallen zu vermeiden.
Schützen Sie sich vor Stolperfallen
Es stimmt: Die meisten Unfälle ereignen sich zuhause. Türschwellen, rutschende Teppiche, herumliegende Kabel, glatte Böden: Sturzgefahr besteht überall, besonders für ältere Menschen – sorgen Sie für Sicherheit, vermeiden Sie Stolperfallen. Einige typische Beispiele, worauf Sie achten sollten:
- Teppiche so befestigen, dass sie nicht rutschen, glatte und rutschige Fußböden vermeiden
- alle Treppen mit Handläufen ausstatten
- eine rutschfeste Matte in die Badewanne legen, Griffe installieren lassen und ggf. auch eine rutschfeste Matte vor das Waschbecken legen
- lose Kabel und andere Gegenstände, über die man fallen kann, sicher verstauen
- gute Lichtverhältnisse in allen Räumen und zusätzlich ein Nachtlicht im Schlafzimmer schaffen
- geschlossene Schuhe mit niedrigen Absätzen und griffigen Sohlen, um Balance und Trittsicherheit zu verbessern, sind günstiger als Pumps oder Pantoffeln
Zu beachten ist, dass manche Medikamente (wie Schlafmittel, Mittel gegen Allergien oder Antidepressiva) Schläfrigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen bis hin zu Desorientiertheit verursachen können. Deshalb sollte man soweit als möglich auf Schlafmittel verzichten, weil unter deren Einfluss die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt wird.
Alles im Blick?
Sturz-Prävention heißt auch, man muss die Fallen sehen und erkennen, daher ist auch die richtige Brille und ausreichend Licht ein Thema, das nicht zu vernachlässigen ist. Man sollte regelmäßig das Seh- und Hörvermögen überprüfen lassen.
Halt für den Rücken
Stützmieder oder Orthesen helfen, Sicherheit und Halt zu finden, wenn Wirbelbrüche oder Schmerzen die Bewegung im Alltag zum beschwerlichen Akt machen. Orthesen geben nicht nur Halt, sondern richten auch auf und entlasten die Muskulatur. Aber gerade beim Tragen eines Mieders gewöhnt man sich an den Halt und sollte nicht vergessen, mit Bewegungstraining und Gymnastik zu beginnen und dann täglich zu üben, um die Rückenmuskulatur ausreichend zu stärken.
Sturz-Prävention: Sorgen Sie für Stabilität
Wenn Sie im Herbst oder Winter unterwegs sind: Nie "unvorbereitet" Straßen erkunden; benutzen Sie eventuell einen montierbaren "Gleitschutz" oder "Spikes" (fragen Sie in Ihrem Schuhgeschäft).
Hüft- oder Oberschenkelfrakturen werden meist durch einen seitlichen Sturz auf den Oberschenkelknochen oder das Becken verursacht. Um die Folgen des Aufpralls zu mildern gibt es sogenannte Hüftprotektoren - eine speziell entwickelte Unterwäsche, bei der seitlich, im Bereich der Hüfte, Taschen mit tellerartigen Schutzelementen eingearbeitet sind.
Sturz-Risiken erkennen und vermeiden
Sturz-Prävention umfasst auch die vorsorglichen Gedanken, wie sich das Gangbild gestaltet – die Bewegung beim Aufstehen, beim Gehen. Woran Sie denken sollten:
- Wie ist das Gangbild, langsam und unregelmäßig?
- Gibt es Balancestörungen?
- Sind Leistungsminderungen beim Aufstehen erkennbar?
- Nimmt die / der Betroffene vier Medikamente und mehr?
- Gab es zwei (oder mehr) Stürze im letzten Jahr?
- Ist eine geistige Leistungsminderung zu beobachten?
- Gibt es Probleme an Beinen und Füßen?
- Ist eine Gehhilfe erforderlich?
- Nimmt die Beweglichkeit erkennbar ab und wird die Gehleistung schlechter?
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