Wie wird Osteoporose definiert? Wie wird sie diagnostiziert? Welche Werte beschreiben das Krankheitsbild und welches sind die wichtigsten Verfahren?

DXA Lunar Knochendichtemessung

Osteoporose Definition

Um die Definition (Bestimmung oder Abgrenzung) der Osteoporose zu beschreiben, müssen wir zwei Sichtweisen einnehmen: die Beschreibung besteht aus einem qualitativen Teil (…was ist es? - Angabe von Merkmalen oder Eigenschaften) und einem quantitativen Teil (…wie viel ist es? - Angabe von Werten). Dies ist für manche eine ungewohnte Form der Beschreibung einer Krankheit - aber nur so können wir der Sache wirklich auf den Grund kommen.

Von den Eigenschaften her gesehen haben wir es mit einer Knochen- oder Skelettkrankheit zu tun, die durch eine niedrige Knochenmasse, eine gestörte Mikroarchitektur des Knochens bzw. seiner Struktur charakterisiert ist. Was passiert, wenn die Knochendichte oder -masse abnimmt? Die Anzahl der Knochenbälkchen im Inneren des Knochens (Spongiosa) nimmt ab und die Verbindungen untereinander ebenso. Auch die äußere Schicht des Knochens (Kortikalis) wird im Lauf der Zeit oft dünner als bei einem gesunden Knochen. In Folge sind Knochenbrüche leichter möglich, auch so genannte Knocheneinbrüche, wie z.B. eine Sinterung der Wirbelkörper. Sie sehen, es sind eine ganze Menge unterschiedlicher Einflussmöglichkeiten, die die Knochenqualität beschrieben - die vorangegangenen Seiten liefern hierzu detaillierte Informationen, siehe bitte » Knochen, » Knochendichte oder » Knochenstruktur.

Um dies in Werten und Zahlen auszudrücken hat man sich zusammen mit der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) in jahrzehntelangen Beobachtungen auf bestimmte Messwerte verständigt. Diese Werte dienen der Osteoporose Definition.

Diagnose: Knochendichtemessung

Ein gut bestimmbarer Wert am bzw. im Knochen ist der mineralische Gehalt der Knochensubstanz – die 'Bone Mineral Density', BMD oder Knochendichte. Diese Messung wird häufig herangezogen, weil sie schnell, einfach und ungefährlich durchzuführen ist. Und weil über viele Messergebnisse gut Vergleichswerte vorliegen.

Dieser Messwert, der sogenannte T-Wert, ist ein vornehmliches Kennzeichen für die Beurteilung. Die Welt-Gesundheits-Organisation WHO spricht von einer Osteoporose, wenn der T-Wert der Knochendichte eine bestimmte Größe annimmt.

Als Vergleichs-Maßstab für die Berechnung der Knochendichte benutzt man den mittleren Knochendichte-Wert eines gesunden, jüngeren Menschen und setzt diesen in Bezug zu dem ermittelten Wert beim Patienten; daraus ergibt sich eine Zahl, der sogenannte T-Wert (oder T-Score). Mit diesem Wert werden Knochendichte und somit auch die Ausprägung des Knochenschwundes und die daraus vermutliche Knochenqualität am häufigsten beschrieben. Die nachfolgend aufgelisteten Werte und damit verbundenen Stadien des Knochenschwundes werden wie folgt definiert:

Osteopenie ( = niedrige Knochenmasse):
Knochenmineralgehalt: T-Wert von -1.0 bis - 2.5 (ein Vorstadium)

Osteoporose (ohne Frakturen):
Knochenmineralgehalt: T-Wert < -2.5

manifeste Osteoporose (mit Frakturen):
Knochenmineralgehalt: T-Wert < -2.5 und Knochenbrüche ohne Traums, d.h. ohne auslösendes Ereignis, wie z.B. Unfall oder Verletzung

Weil die Abnahme der Knochensubstanz Jahre dauert, können aufgrund von DXA-Messungen frühzeitig die notwendigen Schritte eingeleitet werden - wenn frühzeitig genug gemessen wird. Das ist wie beim Zahnarzt: Kontrolle ist besser als bohren, daher sollten Sie frühzeitig genug mal nach ihren Werten schauen lassen. So kann die Krankheit behandelt werden, bevor die erste Fraktur auftritt. Die Messung hat allerdings nur einen hinweisenden Charakter: sie wird immer im Zusammenhang mit dem Alter, der individuellen Krankengeschichte, möglichen Risikofaktoren sowie Beschwerden und Symptomen bewertet.

DXA (engl. Dual Energy-X-Ray-Absorptiometrie)

DXA ist das bei uns gebräuchlichste und somit häufigste Verfahren zur Messung und Diagnose. Heute ermöglicht die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) eine Diagnose bereits, bevor es zum ersten Knochenbruch kommt. Das DXA- oder DEXA- Verfahren wird von der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) empfohlen, ist weltweiter Standard und untersucht die Knochendichte. Genauer: es erlaubt Rückschlüsse zum Mineralgehalt des Knochens und über Vergleichswerte zur Knochendichte. Der Mineralgehalt bestimmt maßgeblich die Festigkeit und Dichte des Knochens. Und verminderte Knochendichte bedeutet erhöhtes Frakturrisiko. DXA ist das am häufigsten verwendete Verfahren und eine strahlungsarme Röntgenmethode. Die Strahlenbelastung hierbei ist deutlich geringer als bei einer normalen Röntgenaufnahme und die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.

Diagnose Osteoporose

Definition und Diagnose

Definition (Bezeichnung) und Diagnose (Beschreibung in Werten) sind also bei diesem Krankheitsbild miteinander verbunden. Man kann es aber auch anders herum ausdrücken: Sie können schon lange an einem überproportionalem Verlust an Knochenmasse bzw. -dichte leiden oder an einer minderen Knochenqualität - erst wenn der T-Wert eine bestimmte Schwelle überschreitet, bekommt die Krankheit den Namen oder Begriff Osteoporose.

Osteoporosediagnostik ist allerdings mehr als nur Knochendichtemessung. Es werden i.d.R. auch die individuellen » Risikofaktoren abgeklärt und meist gemeinsam mit dem Patienten ein » Fragebögen zum Risiko durchgearbeitet, weiter erfolgt eine Untersuchung des Sturzrisikos sowie eine Abklärung von Lebensstil, Ernährung und Bewegung. Zur Diagnose sind - neben DXA - eine Reihe von weiteren Verfahren üblich (oft kombiniert genutzt), auf die wir jetzt kurz eingehen:

  • Röntgen
  • Quantitative Computer Tomographie (QCT)
  • Ultraschall
  • Labor

 

Röntgen

Röntgenbilder der Wirbelsäule lassen Verformungen, wie sie für osteoporotische Frakturen oder Sinterungen typisch sind, meist auf Anhieb erkennen. Kommt es, ohne Unfall, zu einem Wirbelkörper- oder Schenkelhalsbruch, so kann das Röntgenbild einen Hinweis aufzeigen. Bei akuten oder chronischen Rückenschmerzen unklarer Ursache, z.B. bei einem Verdacht auf Wirbelkörperbrüche, ist eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule grundsätzlich sinnvoll. Gleichzeitig dient die Untersuchung der Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen.

wirbelkoerper bruch

Bei Rückenschmerzen, die einen Verdacht unterstützen, kommt der bildgebenden Röntgen-Untersuchung eine entscheidende Bedeutung zu: der Mediziner kann sich ein komplettes Bild der Wirbelsäule machen – hier wird meist die Brust- und Lenden-Wirbelsäule (BWS und LWS) untersucht, auch kann das Röntgenbild einen Wirbelkörperbruch oder das Einsacken eines Wirbelkörpers aufzeigen. Bei einem deutlichen Größenverlust des Pateinten (z.B. durch Krümmung der Wirbelsäule oder durch Einsacken der Wirbelkörper) wird meist ein Bild in 2 Ebenen erstellt. Je nach Lokalisierung kommen aber auch Aufnahmen des Beckens, des Unterarms (Radius) und vor allem auch des Oberschenkelhalses (oberer Teil des Oberschenkelknochens / Femur) zum Einsatz.

Quantitative Computer Tomographie (QCT)

Erscheint eine DXA-Untersuchung bei Patienten mit Hüftprothesen und gleichzeitig fortgeschrittenen Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule nicht sinnvoll, kann auch die quantitative Computer-Tomographie (QCT) zum Einsatz kommen. Diese Methode hat den Vorteil, dass sie über eine gute Wiederholungsgenauigkeit verfügt und dass die Knochen mehrdimensional dargestellt und gemessen werden können. Die Messungen haben eine höhere Strahlenbelastung und sind wesentlich teurer. Die T-Werte der QCT-Messung sind mit denen der DXA nicht vergleichbar.

Ultraschall

Ultraschall-Untersuchungen des Fersenbeins oder der Fingerknochen als Methode zur Knochendichtebestimmung werden häufig angeboten, lassen aber bislang nur eher eine Ahnung zu, ob Osteoporose vorliegt. Diese Untersuchung bietet einen ersten möglichen Anhaltspunkt zur Einschätzung eines Frakturrisikos, aber keine Diagnose.

Laboruntersuchungen

Labortests von Blut und ggf. Urin erlauben, die Diagnose zu erhärten, die Nierenfunktion zu prüfen und weitere Angaben zum Knochenstoffwechsel zu gewinnen. Im Blut werden unter anderem die Mineralstoffe Calcium und Phosphat, die Schilddrüsenwerte und weitere Parameter bestimmt. Die Analyse der Werte dient auch dazu, andere Krankheiten auszuschließen.

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