Skelett und Knochen stellt man sich gerne als starres, lebloses Gewebe vor. Aber unsere Knochen sind lebendiges und sehr aktives Gewebe. Knochenmasse und Knochendichte verändern sich im Lauf des Lebens, sie passen sich an die Anforderungen an.

Definition Knochenmasse und Knochendichte

Der Begriff Knochendichte (engl. BMD - bone mineral density) beschreibt das Verhältnis der mineralisierten Knochenmasse zu einem definierten Knochenvolumen, also das Verhältnis von Knochensubstanz pro Rauminhalt. Dieses Verhältnis verändert sich im Lauf des Lebens. Einer hohen Knochendichte werden Festigkeit und Stabilität zugeordnet, einer niedrigen Knochendichte geringere Festigkeit und Stabilität des Knochens bzw. Skeletts. Je niedriger die Knochendichte, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs.

 

Knochenmasse BMD (bone mineral density)

Skelett und Knochen: eine Lebensaufgabe

Wenn wir den Knochen-Aufbau betrachten - wie sich unsere Knochen entwickeln - dann spielen zwei Aspekte eine herausragende Rolle: Bewegung und Calcium. Ohne die Mineralstoffe und ohne die belastenden Impulse, die der Knochen braucht, ist kein gesundes Wachstum und keine Stabilität denkbar. Oder umgekehrt: Wenn es an Kraftimpulsen durch Bewegung oder Calcium mangelt, leidet die Knochenstruktur und die Entwicklung von Knochenschwund wird begünstigt. Daher spielen auch Bewegung und Calcium im Rahmen der Osteoporose-Therapie eine so entscheidende Rolle. Skelett und Knochen verändern sich ein Leben lang...

Lebendiges Gewebe

Skelett und Knochen stellt man sich gerne als starres, gewissermaßen lebloses Gewebe vor. Doch das Gegenteil ist der Fall. Man denke nur einmal an das rege Wachstum im Kindesalter oder die Tatsache, dass (normale) Brüche nach Verletzungen meistens wieder glatt verheilen. Doch gibt es diese Aufbauarbeit nicht nur in besonderen Zeiten, wie in der Jugend oder beim Knochenbruch. Vielmehr gilt: Der Knochen baut sich ständig um! Das heißt: auf, ab und wieder auf –, um vital zu bleiben und den täglichen Anforderungen an Stabilität und Widerstandskraft zu entsprechen. Dabei erneuert sich das Skelett durch den Umbau mehrmals im Laufe des Lebens. Bei der Entwicklung des Knochens spielen zwei Aspekte eine herausragende Rolle: Bewegung und Ernährung.

Knochenumbau

Der Knochenumbau wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, Vitaminen und Mineralstoffen in Verbindung mit Bewegung und körperlicher Aktivität gesteuert. Wenn es an belastenden und kräftigenden Impulsen durch Bewegung oder gesunder Ernährung mangelt, leidet die Entwicklung der Knochenstruktur.

Die Substanz des Knochens selbst besteht hauptsächlich aus anorganischen Materialien, festen Calcium- und Phosphatkristallen – sie machen den Knochen hart und stabil. Für Elastizität sorgen organische Substanzen, überwiegend das Eiweiß Kollagen. Wenn ein Mangel an Calcium im Blut vorliegt, wird das Calcium aus dem Knochen freigesetzt – was allmählich zulasten der Knochenfestigkeit geht. Für einen stabilen Knochen werden – neben Calcium und Phosphat – Magnesium, Zink und Kupfer sowie die Vitamine D, K, C, B6, B12, Folsäure sowie Aminosäuren und Hormone benötigt. Vitamin D ist neben der Versorgung mit Calcium besonders wichtig, es fördert die Calcium-Aufnahme aus dem Darm und den Calcium- Einbau in den Knochen.

Hormone: Neben anderen Faktoren steuern vor allem die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron das ausgewogene Gleichgewicht der Zellen beim Knochenumbau. Das Parathormon aus der Nebenschilddrüse reguliert den Calcium- und Phosphatspiegel im Blut und ist somit ebenfalls wichtig für den Knochenaufbau.

Beim Menschen werden die im Blut notwendigen Konzentrationen an Calcium und Phosphat durch fein abgestimmte Mechanismen und über die Steuerung des Parathormons in der Balance gehalten – ist dieses Gleichgewicht gestört, leidet die Gesundheit, z.B. ein zu hoher Phosphatgehalt bewirkt, dass Calcium wieder aus den Knochen gelöst wird, was die Knochendichte vermindert.

Höchste Knochenmasse: peak bone mass

Bis etwa zum 25. Lebensjahr überwiegt der Knochenaufbau: Der Mensch wächst, das Skelett stabilisiert sich, die Knochenmasse nimmt zu - dabei spielen die knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) die Hauptrolle. Die Knochenmasse erreicht mit etwa 30 Jahren ihren Höhepunkt. Danach sind die aufbauenden Zellen und ihre Gegenspieler, die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten), im Gleichgewicht.

Unsere Knochenmasse verändert sich im Lauf des Lebens. Aufbau und Abbau halten sich die Waage, der Knochen ist stabil und gleichzeitig erneuert er sich kontinuierlich. Gerät dieses Wechselspiel aus dem Gleichgewicht, entwickelt sich Knochenschwund.

In der Medizin und hier bei der Bewertung einer Osteoporose spielt das Stadium der höchsten Knochenmasse bzw. Knochenmineraldichte des Menschen eine wichtige Rolle - quasi als Maßstab, der beschreibt, wann der höchste Wert (im Durchschnitt) erreicht wird: etwa bei einem 30-jährigen knochengesunden Erwachsenen. Die » peak bone mass (engl.) entspricht definitionsgemäß einer Knochenmineraldichte von 100%.

Knochendichtemessung Osteoporose

Weil sich die Knochendichte, d.h. das Verhältnis von der mineralisierten Knochenmasse zu einem definierten Knochenvolumen im Lauf des Lebens verändert, ist eine » Knochendichtemessung vor allem zur Diagnostik und Verlaufskontrolle der Osteoporose von Bedeutung. Auch wenn dieses Messung nur ein Vergleich ist und zusammen mit anderen Faktoren gewichtet werden muss, steht sie aussagekräftig für Stabilität des Knochens bzw. Skeletts. Je niedriger die Knochendichte bzw. Knochenmasse, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs. Und: je niedriger die Knochendichte, desto wahrscheinlicher eine Osteoporose.

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