Vibrationstraining hilft, denn Knochen brauchen Belastung. Effektive Wirkung und gute Erfahrungen bei Osteoporose, Osteopenie, Bewegungsmangel oder Muskelschwäche mit dem richtigen Training. Vibrationstraining kann ein effektives Training mit guten Erfolgen sein. Besonders bei bestehender Osteoporose, zur Vorbeugung (z.B. bei Osteopenie), bei Immobilität, altersbedingter Muskelschwäche (Sarkopenie) oder wenn Sie mehr Vitalität wünschen. Wenn - ja, wenn (!) Sie auf die richtigen Impulse achten! Wir wollen Details beleuchten...

Vibrationstraining bei Osteoporose

Training auf Vibrationsplatten

Vibrationstrainer haben ihren Weg über die Fitnessstudios in die moderne Medizin und Rehabilitation gefunden und sind längst kein Geheimtipp mehr. Mit ihren individuellen und vielseitigen Einsatzgebieten findet man sie heute auch in Wellness-Centern, beim Physiotherapeuten, im Reha-Bereich oder beim Arzt. Oder auch bei vielen Menschen zuhause, die gesundheitsbewusst auf Knochen, Muskulatur und Kreislauf achten. Das Training mit Vibrationsplatten verzeichnet immer größere Beliebtheit - Hersteller versprechen viel und vergessen allzu oft die medizinische Wirkung und die Therapie. Doch die Unterschiede sind gewaltig ... vor allem was die » Sicherheit anbelangt.

Vibrationstraining bei Osteoporose

Knochen und Muskeln sind unterschiedliche Gewebe und müssen auch unterschiedlich trainiert werden. Auch bei gleicher Trainingsform stellen sich Wirkungen ein, aber je nach Form haben Knochen und Muskeln unterschiedliche Schwerpunkte. Bewegung und Belastung helfen - was aber funktioniert wirklich gut?

Zur Osteoporose-Therapie eignen sich u.E. nur speziell auf dieses Krankheitsbild ausgelegte Therapie-Plattformen. Wenn wir von hier einem Einsatz einer solchen Behandlung sprechen, dann ist dies bitte nicht zu verwechseln mit der Nutzung von Fitness-Vibrationsplatten zum Muskelaufbau mit extrem hohen Reizwerten. Es kommt also beim Einsatz auf gute Beratung und die richtige Auswahl (!) der Plattform an sowie auf das sinnvolle Zusammenwirken von Frequenz, Amplitude, Trainingsumfang und -dauer. Und, was das Wichtigste ist: auf die Impulsstärke - auch Belastung oder Reizwert genannt. Während die ersten Begriffe noch manchem bekannt sind, wird es mit dem Aspekt der Impulsstärke schon schwieriger.

Vibration und Vibration ist nicht das Gleiche!

Gerade aber bei einem angegriffenen Knochen (bei Osteoporose) oder auch, wenn man vorbeugen will, ist die Wirkung auf den Knochen entscheidend. Einerseits erwarten wir eine aufbauende Wirkung oder Stabilisierung, andererseits muss Schaden oder überflüssiges Risiko vermieden werden. Denn: Vibration und Vibration ist nicht das Gleiche! Und wenn wir hier von Training reden, dann stellt sich schnell die Frage, welche » Vibrationsplatte bei Osteoporose geeignet ist und vor allem warum. Genau zu diesem Warum wollen wir aufklären.

Vibrationstraining Erfahrungen

Zur Osteoporose-Therapie eignen sich u.E. nur speziell auf dieses Krankheitsbild ausgelegte Therapie-Plattformen. Wenn wir von hier einem Einsatz einer solchen Behandlung sprechen, dann ist dies bitte nicht zu verwechseln mit der Nutzung von Fitness-Vibrationsplatten zum Muskelaufbau mit extrem hohen Reizwerten.

Es kommt beim Einsatz bzw. Auswahl des Trainings auf gute Beratung und die richtige Wahl der Therapieform / der Plattform an sowie auf das sinnvolle Zusammenwirken von Frequenz, Amplitude, Trainingsumfang und -dauer. Und was das Wichtigste ist: auf den Belastungsimpuls oder auch den Reizwert. Während die ersten Begriffe noch manchem bekannt vorkommen, wird nach dem Reiz oder der Belastung bei der Auswahl des Trainings meist nicht gefragt, dennoch ist es das entscheidende Thema. Denn vor allem bei Osteoporose gilt: Vibration und Vibration ist nicht das Gleiche!

Was sollten Sie wissen, was beachten?

Themen:

 

Erfahrungen Vibrationstraining bei Osteoporose

erfahrungen vibrationstraining osteoporose und zur vorbeugung

Zwei Aspekte spielen eine Rolle: Entscheidend für den Knochen-Aufbau ist die dynamische Kraftbelastung, das sind ständig wechselnde Belastungen, die den Knochen anregen und seine Struktur festigen. Und das Wolff'sche Gesetz: Wenn der Knochen belastet wird, baut er sich auf.

Das Training arbeitet mit einer Vielzahl von Belastungsimpulsen und unterstützt so den Knochen-Aufbau. Daneben wirkt es aufbauend in der Grund- bzw. Tiefenmuskulatur. 

Wo wirkt das Training? Entscheidend gestärkt werden die Organe / Organteile die aufrecht angeordnet sind, also in der Richtung, wie wir natürlich gehen und stehen: Wirbelsäule, Oberschenkel und Oberschenkelhals (Femur) - das sind genau die Knochen, die bei einer Osteoporose am häufigten zum Bruch neigen. Weiter wird z.B. in den Waden die Muskulatur aufgebaut, das trägt zur Ehöhung der Standstabilität und somit auch zur Sturzprophylaxe bei.

Bei Osteoporose gilt es auf die Besonderheiten der Knochenstuktur zu achten. Nicht umsonst steht der Begiff Knochenschwund für die geschwächte Stabilität des Skeletts - und die gilt es besonders zu berücksichtigen. Und wer Osteoporose hat, ist meist nicht mehr 30 oder 40 - und sollte auch dem Alter und dem Krankheitsbild entsprechend trainieren. Warum? Vibrationsplatten in Fitness-Centern zielen oft auf den Muskelaufbau für jüngere Menschen oder aktive Sportler, arbeiten oft zu intensiv und erscheinen uns ungeeignet.

Beim Vibrationstraining sollten Sie unbedingt auf sanftes Training und kleine Bewegungsimpulse achten und speziell auf Ihr Krankheitsbild ausgelegte Therapie-Plattformen. Nur dann ist die Vibrationstherapie für den Knochen auch gut verträglich.

Der Vorteil einer solchen Vibrationstherapie liegt auf der Hand: Derjenige, dessen Knochen zu wenig Bewegungsimpulse bekommt, kann sich mit diesem Training bewegen lassen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie - aus welchen Gründen auch immer - sich nicht bewegen wollen oder ob Sie bedingt durch Krankheit, Schmerz oder Alter sich nicht ausreichend bewegen können: Die Vibrationstherapie bewegt Sie. Daher kommt dieses Training nicht nur bei Osteoporose und zur Prophylaxe (Vorbeugung), sondern auch bei Krankheitsbildern mit begleitender Immobilität, wie beispielsweise bei altersbedingter Muskelschwäche (Sarkopenie), Parkinson, Rheuma, Fibromyalgie oder Multiple Sklerose zum Einsatz. Da auch Schmerzen oft im Zusammenhang mit Immobilität stehen, ist die Vibrationstherapie ein wertvoller Baustein, um die Muskulatur wieder zu aktivieren, Spannungen abzubauen und dadurch zum Schmerzabbau beizutragen.

Da es sich bei der Vibrationstherapie um eine natürliche Therapie handelt, dient sie auch ausgesprochen gut zur Vorbeugung. Im Gegensatz zur Elektro- oder Magnetfeld-Therapie werden bei der Vibrationstherapie keine elektrischen oder magnetischen Felder appliziert, es geht nur um Bewegung. Genauer, es geht um kleine Kraftimpulse, die Muskulatur, Kreislauf und Knochen aktivieren.

Aus medizinischer Sicht weist das Knochengewebe neben der Reizhöhe im Sinne der Belastung auch eine Sensibilität bezüglich der Häufigkeit und Frequenz auf - so entfalten Bewegungsimpulse mit niedriger Intensität eine knochenbildende Wirkung, wenn sie mit einer entsprechend hoher Anzahl Frequenz und mit einer hohen Trainingshäufigkeit angewandt werden. Meist erfolgt das tägliche Training im privaten Bereich zuhause (...wer geht schon täglich zum Therapeuten?)

Gerade bei Osteoporose, Immobilität, Muskelschwäche oder Schmerzen kommt es nicht darauf an, einmal viel und intensiv zu trainieren, sondern andauernd und kontinuierlich. Vibrationstherapie bei o.g. Krankheitsbildern will nicht das schweißtreibende Abenteuer im Fitness Center sondern Vibrationstherapie, so wie wir sie hier verstehen, ist das ausdauernde Arbeiten am Körper und kontinuierliche Angehen gegen Krankheitsbilder. Sie erwarten ja auch von einem Osteoporose-Medikament nicht, dass es in einer Woche hilft - genau so will und soll eine Vibrationstherapie den Organismus kontinuierlich unterstützen!

Test Vibrationsplatten und Sicherheit

Es gibt eine ganze Reihe von Veröffentlichungen, die sich mit einem Test von Vibrationsplatten beschäftigen. Ein Aspekt wird dabei oft übersehen: die Sicherheit. Da wir uns auf dieser Webseite mit Osteoporose beschäftigen, interessiert uns natürlich besonders der Zusammenhang von Sicherheit beim Vibrationstraining und der Anwendungen bei Osteoporose.

Vorweg: jeder Mensch, jeder Knochen und somit auch jede Osteoporose ist individuell. Was für den einen Menschen gilt, muss nicht zwangsläufig für den anderen gelten. Wir versuchen Erfahrungswerte zu skizzieren, auch, um das Prinzip Vibrationstraining zu verdeutlichen. Dies darf, da gesetzlich geregelt, nicht als medizinische Beratung verstanden werden.

mechanostat modell - vibrationstraining bei osteoporose
Mechanostat Modell - Vibrationstraining bei Osteoporose

Wie auf den Seiten » Belastung stärkt und
» Knochenumbau beschrieben, gibt es einen besonderen Zusammenhang zwischen Osteoporose und Belastung. Belastung stärkt den Knochen - dies ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Therapie der Osteoporose. Ohne Belastung erfolgt so gut wie kein Aufbau der Knochensubstanz. Da aber eine Osteoporose gekennzeichnet ist durch schwache Knochen und mangelhafte Reparaturmechanismen, muss die Belastung so erfolgen, dass der Knochen zwar belastet wird, aber nicht überlastet. Also die richtige, verträgliche und knochenstabilisierende Belastung ist gefragt - und keine schädigende Überlastung. Und genau diese Gratwanderung wird bei den meisten Tests von Vibrationsplatten nicht oder, wenn überhaupt, nur am Rande beachtet. Für uns ist hier das Hauptkriterium.

Warum spielt das Kriterium bei Tests so gut wie keine Rolle? Fast alle Vibrationsplatten kümmern sich um das Thema Muskelaufbau und Fitness. Nur wenige um das Thema Knochenaufbau bei Osteoporose. Fast alle reden von "Vibrationstraining unterstützt den Knochenaufbau" - und meinen damit vorbeugend, vor der Osteoporose. Wenn der Knochen aber schon geschwächt ist, können diese Fitness-Platten schaden. Denn Muskelaufbau und Fitness ist eine anderer Tarainingsaspekt wie Knochenaufbau bei Osteoporose.

99 % der am Markt verfügbaren Vibrationsplatten sind Geräte, die der Therapieform WBV (Whole Body Vibration) zuzurechnen sind. Wie bei jedem Vibrationstraining wird der Körper und auch der Knochen belastet. Aber wie groß ist die Last? Wir haben dazu einige Umfragen gemacht und sind zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Die Last beim Vibrationstraining mit WBV (Whole Body Vibration) liegt oft bei dem bis zu 4-8 fachen des eigenen Körpergewichts. Ein Beispiel: sie wiegen 60 Kilo, dann kann es passieren, dass der Körper mit 240 Kilo oder 480 Kilo zusätzlich belastet wird, dem 4-8-fachen des eigenen Gewichtes. Ist das für die Knochen sinnvoll? Vor allem für die mit Osteoporose geschwächten Knochen? Wir meinen Nein.

Innere Struktur der Knochen - feine Knochenbaelkchen / Trabekel
Innere Struktur der Knochen - feine Knochenbälkchen (Trabekel) bilden den Zusammenhalt

Was hilft bei Osteoporose? Es gibt eine besonders sanfte und vorsichtige Form des Trainings: die LIV (Low Intensity Vibration). Hier wird darauf geachtet, dass der Körper mit nicht mehr als der Last des eigenen Gewichts zusätzlich belastet wird. 

Die Frage nach der Gewichtsbelastung beim Vibrationstraining ist deshalb so entscheidend, weil der Knochen nicht nur aus der dicken, festen und stabilen äußeren Knochensubstanz besteht sondern auch aus den, im Inneren der Röhrenknochen befindlichen, Knochenbälkchen (siehe Abb. links). Diese feinen Knochenbildchen auch Trabekel genannt, bilden die innere Struktur der Knochen und sind für die Bildung von neuen Zellen und neuem Knochengewebe besonders bedeutsam. Und diese Knochenbildchen brechen bei Osteoporose und bei Überlastung zuerst.

Unterschied Whole Body Vibration (WBV) und Low Intensity Vibration (LIV)

Der Unterschied: links eine Platte mit aggressiven Impulsen, einem Gerät zur Whole Body Vibration (WBV) und rechts eine Frau mit Osteoporose auf einem Trainer mit Low Intensity Vibration (LIV).

Auch wenn die Definitionen noch nicht einheitlich standardisiert sind, kann man folgende Orientierung anwenden:

  • Whole Body Vibration (WBV) = Belastung oder Reizwert > (größer) 1 G,
    d.h. mit mehr als dem eigenen Körpergewicht

  • Low Intensity Vibration (LIV) = Belastung oder Reizwert < (kleiner) 1 G,
    d.h. mit weniger als dem eigenen Körpergewicht

  • Maßstab ist immer das eigene Gewicht, das Gewicht, welches ihre Knochen ganz alltäglich tragen. Gemessen wird in G, G = die Gravitation, die Erdbeschleunigung.

Entscheidend sind nicht die oftmals hochtrabend ausgelobten werblichen Differenzierungen technischer Systeme (z.B. vertikale Vibration, seitenalternierende Vibration, dynamisch pulsierend, stochastisch oder 3-Dimensional usw.), entscheidend in Bezug auf die Osteoporose ist die Stärke der Impulse (auch Belastung oder Reizwert genannt). Auch nicht die Frequenz (Impulse pro Sekunde, angegeben in Hz) ist allein maßgebend. Allerdings ist, um zu einem aussagekräftigen Therapieergebnis zu kommen, auch immer mehr als ein Faktor maßgebend.

Fazit Test Vibrationsplatten: die Sicherheit geht vor. Entscheidend ist die Belastung für den Knochen - diese muss aufbauend wirken ohne zu überlasten. Vibrationstraining ist gerade im Alter, bei mangelnder Mobilität und bei Osteoporose hilfreich. Darin stimmen auch » Experten überein.

Wirkungen bei Osteoporose

Wenn von Vibrationstraining in den Medien die Rede ist, dann meist im Zusammenhang mit Fitness und Muskelaufbau. Die weitreichenden, medizinischen Wirkungen der Vibrationstherapie sind wenig populär, da das Training auch in den Medien nur ein Randdasein führt - obwohl es zahlreiche Studien und Untersuchungen zur positiven Wirkung beim Einsatz im medizinischen Bereich gibt. Der medizinische-therapeutische Einsatz erfordert oft, dass die Therapie bis zu 5x die Woche, bei täglich 10-20 Minuten Zeitaufwand durchgeführt wird.

Und das Ergebnis? Wir wollen ein Beispiel im Bild zeigen - natürlich eines, was zum Thema Osteoporose passt und bei dem Sie selbst sehen können, was sich tut:

vibrationstraining für gesunde knochen

Abb. aus der Zeitschrift "Nature": Beispielhafter Vergleich der Knochendichte und -struktur im Röhrenknochen (Querschnitt), gemessen mittels Computertomographie vor und ein Jahr nach einer Vibrationstherapie. Die erhöhte Knochendichte und Zunahme der Knochenmasse ist leicht zu erkennen, auch die gesteigerte Vernetzung der Knochenbälckchen sowie deren Zuwachs - links vor und rechts nach der LIV Vibrationstherapie.
(Quelle: Rubin C.: Anabolism. Low mechanical signals strengthen long bones. Nature: 412: 603-604, Aug: 2001, © Nature, Clinton Rubin)

Es ist bei weitem nicht so, dass Vibrationstherapie ein Zaubermittel ist - vielmehr lässt sich sagen, dass Vibrationstraining eine moderne Form von "Bewegung ist gesund" ist.

Und, wenn weil hier auf die Osteoporose abheben, zur Behandlung eignen sich u.E. nur speziell auf das Krankheitsbild ausgelegte Vibrationsplatten, sprich LIV (Low Intensity Vibration). Lesen Sie die Meinung führender » Mediziner und Osteoporose-Experten .

 

Vibrationstraining und Weltraum-Medizin

Oft ist im Zusammenhang mit dem Vibrationstraining, dem Knochenaufbau bzw. dem Knochenschwund (Osteoporose) von Astronauten und Entwicklungen in der Weltraum-Medizin die Rede. Auch dazu wollen wir einige erklärende Stichpunkte beitragen.

Vibrationstraining Weltraum NASA Astronauten

Um Astronauten vor Knochenschwund zu schützen hat die amerikanische Weltraumbehörde NASA diese besondere Trainingsmethode (mit)entwickelt - ein spezielles Vibrationstraining als neue Möglichkeit zur Reduktion des Frakturrisikos, zur Knochen-Stabilisierung und zum Knochen-Aufbau. Warum? Und was bedeutet das im Kampf gegen Osteoporose?

  • Astronauten, die länger im All arbeiten, haben im schwerelosen Zustand einen Abbau von Muskelmasse und besonders von Knochensubstanz (!), der etwa 10 x so hoch ist, wie bei einem Osteoporose-Kranken auf der Erde. Bedingt ist dieser Abbau an Muskulatur und Knochen durch die fehlende Belastung bzw. die fehlenden Kraftimpulse.

  • Astronauten sollen keine Medikamente einnehmen (oder so wenig wie möglich), da die physische Belastung bei Weltraummissionen sehr hoch ist und man über weniger Medikamente den Stress auf den Körper reduzieren möchte.

  • Nun hat man versucht ein Verfahren zu entwickeln, welches Kraftimpulse dem Körper von außen zuführt. Das Ergebnis: die Vibrationstherapie. Diese Therapie dient aber nicht nur Astronauten, sondern dient allen (und besonders jenen mit zu wenig eigenen Belastungen auf Muskulatur und Knochen) zur Vorbeugung, zur Kräftigung, für mehr Vitalität und - was entscheidend ist - zur Behandlung von Osteoporose.

  • Entscheidend für den Knochen-Aufbau ist die dynamische Kraftbelastung, das sind ständig wechselnde Belastungen, die den Knochen anregen und seine Struktur festigen. Das Training arbeitet mit einer Vielzahl von Belastungsimpulsen und unterstützt somit den Knochen-Aufbau.

Wenn Sie Fragen haben...

Zur Osteoporose-Therapie eignen sich u.E. nur speziell auf dieses Krankheitsbild ausgelegte Therapie-Plattformen. Wenn wir hier von Osteoporose-Therapie bzw. Vibration sprechen, dann ist dies bitte nicht zu verwechseln mit der Nutzung von vibrierenden Platten in Fitness-Centern zum Muskelaufbau für jüngere Menschen oder aktive Sportler. Diese Geräte arbeiten z.T. mit extrem hohen Reizwerten - was bei Osteoporose nicht förderlich ist.

Nur die richtige Behandlung erzielt gute Effekte. Es kommt also beim Einsatz auf gute Beratung und die richtige Auswahl an. Vibrationstraining kann im Alter, bei Immobilität, bei Osteoporose oder zur Vorbeugung (bei Osteopenie) ausgesprochen hilfreich sein. Aber das Thema ist vielschichtig und komplex. Und die Auswahl der richtigen Platte nicht ganz einfach. Wenn Sie Hilfe brauchen oder Fragen haben, » wir helfen gerne (bitte nur schriftliche Anfragen).

 

Mediziner zum Thema Vibrationstraining

 

Während wir auf der Seite Vibrationstraining und Vibrationstherapie die Grundlagen erklären und die entscheidenden Unterschiede zwischen den starken und schwachen Impulsen sowie ihren Wirkungen auf den Knochen (vor allem bei Osteoporose), wollen wir hier auch führende Mediziner zu Wort kommen lassen. Wir haben einige Beiträge ausgewählt.

  • Studien belegen osteoanabole Wirkung. Diese Therapie eignet sich ideal für Menschen in der zweiten Lebenshälfte, bei Osteoporose und für diejenigen, die zunehmende Vitalität suchen... mehr dazu von Dr. Christian Günther, Bad Griesbach
  • Die Forschung hat Geräte entwickelt, die eine mechanische Stimulation des Knochen ermöglichen. Durch die sanften Impulse können auch bereits an Osteoporose Erkrankte diese Therapie durchführen... mehr dazu von PD Dr. Stephan Scharla, Bad Reichenhall
  • Hilfe bei krankhaftem Knochenabbau ohne Medikamente: Aktuelle Studien belegen, dass regelmäßiges Training eine Osteoporose stoppen bzw. die Stärke der Knochen wieder erhöhen kann... mehr dazu von Prof. Thomas Angeli, Wien
  • Studie belegt die positive Wirkung sanfter Stimuli. Biomechanische Therapie hilft, gegen Osteoporose ohne Medikamente anzugehen. Wenn der Körper ganz bestimmte Stimuli bzw. Impulse erhält, stabilisiert sich der Knochen, mehr noch, der Knochen baut sich wieder auf... mehr dazu von Prof. Clinton Rubin, New York

 

Anwendungsbereiche und Effekte (allgemein)

 

Indikationen, Anwendungsbereiche und Effekte

Ganz allgemein im Folgenden ein Überblick, was mit Vibrationstraining erzielt werden soll und werden kann. Wir unterscheiden in der folgenden Aufstellung nicht zwischen WBV und LIV, wir wollen nur einen grundlegenden Überblick bieten. Für die Anwendung oder Deteils zu den für eine Behandlung in Frage kommenden verschiedenen Krankheitsbildern, wenden Sie sich bitte an Ihren Therapeuten, bei Osteoporose versuchen wir unter Beratung zu Vibrationstraining zu helfen.

Es ist bei weitem nicht so, dass diese Behandlung ein Zaubermittel ist - vielmehr lässt sich sagen, dass Vibrationstraining eine moderne Form von "Bewegung ist gesund" ist, bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Krankheitsbildes. Nun zu den Anwendungsbereichen, Wirkungen und Effekten (Quelle: Dr. Dalichau, siehe unten):

Vibrationstraining: Effekte zur Sturzprophylaxe

  • Verbesserung der sensorischen Signalverarbeitung

  • Erhöhung der Bewegungssicherheit

  • Verbesserung der Gleichgewichtsregulation und des Gangmusters

  • Erhöhung des willkürlichen Aktivierungspotenzials

Vibrationstherapie: Effekte bei Osteoporose

  • Massive Erhöhung des Knochenstoffwechsels und der Festigkeit

  • Veränderung der Knochenstruktur durch mehrdimensionale mechanische Reizung

  • Reflexauslösung durch neuromuskuläre Reizung

  • Erhöhung der Bewegungssicherheit u. Reduktion des Sturzrisikos

  • Verbesserung der Gleichgewichtsregulation

  • Verbesserung des Gangmusters

  • Verringerung des Frakturrisikos

  • Wichtig: WS-Röntgenaufnahme sowie Knochendichtemessung sind Voraussetzung, damit Erkrankungen (frische osteoporotische Frakturen, maligne Prozesse) ausgeschlossen werden können. In diesen Fällen ist die Therapie kontraindiziert. Keine Schmerzen während der Therapie, keine Schmerzen Stunden oder Tage als Reaktion auf die Therapie. Nach 6-12 Monaten sind erste Veränderungen der Knochendichte nachweisbar.

... bei chronischem Schmerz

  • Deutliche Schmerzreduktion

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung

  • Generierung unwillkürlicher muskulärer Aktivierungen

  • Optimierung des unbewussten Zusammenspiels verschiedener Muskelgruppen

  • Vermeidung von Folgeschäden

Weitere Effekte

  • Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Effekte, wie sie bei der Behandlung von orthopädischen Läsionen, bei Neuropathie und Diabetes, nach Schlaganfall und bei Paresen, bei Multiple Sklerose, ALS oder Morbus Parkinson zum Einsatz kommen. Im Wesentlichen geht es bei all diesen Einsatzmöglichkeiten um die massive Verbesserung der Bewegungssicherheit, die Verbesserung der Aktivität von Muskulatur und Knochen sowie um die Erhöhung der Lebensqualität und Steigerung der Vitalität.

  • Kritisch ist eine Vibrationstherapie - und somit meist kontraindiziert -, bei akuten Entzündungen, frischem Bandscheibenvorfall, frischen Frakturen, frisch eingesetzten Endoprothesen, stark fortgeschrittener Osteoporose mit akutem Frakturrisiko, bei Schizophrenie, Epilepsie, Wahrnehmungsstörungen, Schwindel. Oder auch bei der Nutzung von Herzschrittmachern, stark ausgeprägte Hyper- oder Hypotonie, Aneurysma (arterielle Gefäßausweitungen), ausgeprägten Herz-Rhythmusstörungen, bei Tumoren / Metastasen / Krebs und auch während einer Schwangerschaft.

Risiko und Kontaindikationen von Vibrationsplatten bzw. Vibrationstraining

Vibration und Vibration ist nicht das Gleiche. Und weil es so ist, wird auch oft die Frage nach dem Risiko und den möglichen Kontaindikationen bzw. Nebenwirkungen gestellt. Und hier muss man unterscheiden zwischen den aggressiv arbeitenden WBV-Geräten (Fitness oder Muskelaufbau) und den sanft arbeitenden. Pauschal lässt sich ein Urteil nicht fällen. Was einem allerdings der gesunde Menschenverstand schon sagt, ist, dass aggressiv arbeitende Geräte mit einer hohen Impulsstärke deutlich mehr an Risiko und an Kontaindikationen oder unerwünschten Wirkungen bieten, wie diejenigen Geräte mit geringem Impuls.

Dazu muss jeder Hersteller individuell informieren! Und dies wiederum nur, wenn es sich um ein Medizinprodukt lt. dt. Medizinproduktegesetz handelt. Ansonsten ist die Rede von einem Sportartikel oder ähnlich (...da bitte gleich die Finger weg, weil das Risiko relativ hoch erscheint).

Gleiches gilt auch für die Indikation, die Anwendung: ein Gerät, mit der werblichen Beschreibung zum Beispiel "gegen Osteoporose" oder "zur Vorbeugung", ist nicht das Gleiche, wie eine Aussage "bei Osteoporose". Der Unterscheid "gegen" und "bei" mag nach wenig klingen, ist aber deutlich zu verstehen - das eine, das "gegen", ist ganz allgemein gemeint und heißt noch nicht, dass man das Gerät bei Osteoporose benützen darf, das andere, das "bei", ist spezifisch auf die Krankheit ausgelegt. Auch hier wiederum ist der Hersteller zu einer klaren Aussage verpflichtet lt. Medizinproduktegesetz.

Wie schon gesagt: Sicherheit geht vor. Und es gibt » gute Vibrationsplatten und Therapiegeräte, die sanft und sicher arbeiten. Nur, man sollte Qualität nicht umsonst erwarten. 

 

 

Textquelle: vergleiche Dr. Dalichau, Vibrationstraining in der Therapie unter besonderer Berücksichtigung... | Institut für angewandte Prävention u. Leistungsdiagnostik, BG Unfall-Ambulanz u. Reha-Zentrum am Airport Bremen (http://www.bg-ubs-bremen.de/files/ubs_bremen_ipl/Vibration_in_der_Therapie.pdf)

Einflussfaktoren beim Vibrationstraining

 

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Einflussfaktoren beim Vibrationstraining

Wenn wir von einer Modellvorstellung der Einflussfaktoren beim Vibrationstraining sprechen, dann soll dieses Modell zeigen wo und wie das Training wirkt (Quelle s.u., Dr. Dalichau):

Anpassungen des Knochens

  • Qualität und Quantität der Knochenstruktur sind von den durch die jeweils angreifende Muskulatur ausgeübten Druck- und Zugreizen sowie von den einwirkenden Torsionskräften und der Erdgravitation (Dehnung u. Stauchung) abhängig [Torvinen 2003]
  • Vibrationsreize scheinen besonders geeignet, diesen osteogenetischen Effekt auszulösen
  • Grundlegende experimentelle Studien zeigen, dass sich mit einem intensiven Vibrationstraining (20 min 5x/Woche) ein Zuwachs von 32 % Knochendichte in den trabekulären Strukturen des Femurs erreichen lässt.
  • Durch Vibrationstraining konnte der Verlust an Knochendichte bei 70 postmenopausalen Frauen nach einem Jahr Training nahezu vollständig aufgehalten werden, während sich die Knochendichte in der Kontrollgruppe um mehr als 2 % reduzierte [Rubin u.a. 2004]
  • Verschueren u.a. [2004] berichtet sogar von einem Zuwachs an Knochendichte nach einem intensiverem Training (35 Hz)

... des neuromuskulären Systems

  • Die Optimierung der motorischen Kontrolle, die verbesserte Rekrutierung von bisher ungenutzten motorischen Einheiten stellen die zentralen Wirkungsmechanismen des Vibrationstrainings dar [Issurin u. Tenenbaum 1999]
  • Über gezielte Vibrationsreize werden biochemische Substanzen (neurotrophe Faktoren) freigesetzt, die der Degeneration u. dem Funktionsverlust von Nervenzellen entgegenwirken sowie für neue Verknüpfungen von Nervenzellverbänden sorgen [Haas u.a. 2006]

... von Gefäßen und Stoffwechselvorgängen

  • Trainierende berichten von einer wahrgenommenen Weitung der Gefäße nach Vibrationsapplikation
  • Es wird davon ausgegangen, dass der Anstieg des peripheren Widerstands zu einer Öffnung der Kapillargefäße führt, um die Energieversorgung und die Stoffwechselvorgänge in der angesprochenen Muskulatur zu erhalten [Mester u.a. 2006]
  • Stewart u.a. [2005] konnten diesen signifikant verbesserten „fluid flow“ (arterieller u. venöser Blutfluss, Lymphe) nach einem Vibrationstraining nachweisen

 

Quelle: Dr. Dalichau, Vibrationstraining in der Therapie unter besonderer Berücksichtigung... | Institut f. angewandte Prävention u. Leistungsdiagnostik, BG Unfall-Ambulanz u. Reha-Zentrum am Airport Bremen (http://www.bg-ubs-bremen.de/files/ubs_bremen_ipl/Vibration_in_der_Therapie.pdf)

 

» Mediziner zum Thema Vibrationstherapie

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